Meine Ernährungsberaterin und ich, wir sind so ein Gespann. Sie sagt mir, was ich gut vertrage und was nicht. Ich sitze dann da und feilsche mit ihr, was ich trotzdem essen darf. Glücklicherweise appelliert Frau Dr. Rößner immer wieder an meine Vernunft: Ich kann natürlich essen was ich will. Aber dann ändert sich halt nichts. Weil ich aber möchte, dass meine Muskeln wachsen und mein Körper seine ständige Müdigkeit endlich überwindet, durchlebe ich nun eine Ernährungsumstellung.

Erinnert ihr euch noch an meine Stoffwechselanalyse? Die hatte das Ergebnis, dass ich ein wenig an meiner Ernährung schrauben muss. Weil ich Übergewicht habe – und sich das wohl nicht allein mit Sport in den Griff kriegen lässt. Ja ja, ich weiß. Das geht schon. Aber eben nicht mit Arbeiten und Kind und Hobbys und Ehemann (oder fällt der unter Hobbys?) und einer so kommunikativen und kommunikationsbedürftigen Familie, wie ich sie im Rücken habe.

Meine liebste Mama-Freundin Sabrina kennt das: Wir schicken uns ständig Sprachnachrichten und ihre enden meist mit „Ich schicke das jetzt mal ab, meine Mutter ruft bestimmt gleich wieder an“. So kenne ich das auch und ich liebe es. Allerdings gehöre ich nicht zu den adretten jungen Damen, die am liebsten telefonieren, wenn sie auf dem Crosstrainer stehen. Die wohnen, glaube ich, auch im Fitnessstudio. Klar, dass sie da auch telefonisch erreichbar sein müssen.

Ich schweife ab. Zurück zur Ernährungsumstellung.

Was ich eigentlich erzählen wollte, ist, dass ich jetzt also in Eiweiß mache. Diese Lowcarb- und Keto-Prinzipe haben mir schon so viele Trainer, Coaches und Bekannte empfohlen, dass ich es schon beinahe nicht mehr hören kann. Ich will ja keine Diät machen, damit ich rank und schlank werde, sondern ich will mich so ernähren, dass mein Training dadurch unterstützt wird und ich insgesamt fitter werde. Frau Doktor sagt: Dafür muss ich aber trotzdem ein paar Kilos verlieren, weil die mich unnötig am Fitwerden hindern. Krafttraining mit Körpereigengewicht wird ja auch leichter, wenn man weniger wiegt. Oder so. Das rede ich mir jetzt hin, als Ansporn quasi.

Meine Ernährungsumstellung sagt: Iss Eiweiß

Nehme ich genug Proteine zu mir, aber keine Kohlenhydrate mehr, verstoffwechselt mein Körper das Fett quasi einfach so aus mir heraus. Soweit die Theorie, von mir galant unwissenschaftlich zusammengefasst. Die Carbs werden limitiert, in der ersten Phase des Konzepts sogar beinahe ganz ausgeschlossen. Ich werde also erstmal kein Obst essen dürfen – zu viel Fruchtzucker. Ha, ich greife vor. „Von welchem Konzept redet sie denn jetzt bitte?“, werdet ihr euch fragen. Ich hole euch mal eben ins Boot.

PowerSlim heißt der Spaß und kommt aus den Niederlanden. Das Ganze ist grob nach drei Phasen aufgebaut: In Phase 1, der strengen Phase, verzichtet man beinahe komplett auf Kohlenhydrate und hängt produkttechnisch an der PowerSlim-Nadel. Diese Phase endet, wenn der Betroffene 80 Prozent der Kilos verloren hat, die ihn von seinem Wunschgewicht trennen.

Insgesamt muss ich ab sofort alle 2 bis 2,5 Stunden essen. Das finde ich mitunter das Beste am gesamten Konzept. Weil ich wahnsinnig gerne esse. Sechs Mahlzeiten am Tag sind Pflicht, davon drei Hauptmahlzeiten und drei Snacks. Eine siebte Mahlzeit ist optional an Tagen, an denen ich Sport gemacht habe und deshalb mehr Hunger habe. Hunger ist aber etwas, was ich in der gesamten Zeit eigentlich gar nicht mehr haben werde. Heißt es.

Abnehmen mit persönlicher Betreuung, aber ohne Druck?

In Phase 2 versetzt man den noch restlichen 20 Prozenz der überschüssigen Kilos den Todesstoß. Ist das geschafft, geht man über in Phase 3, die Stabilisierungsphase. Diese dauert gefühlt ewig, aber der Erfolg soll ja auch ein Leben lang anhalten. Während der gesamten Zeit werde ich von meiner Ernährungsberaterin betreut. In Phase 1 sehen wir uns wöchentlich, damit sie meine Werte checken kann. Ich soll schließlich Fett und nicht Muskeln abbauen. Deshalb müssen die Ergebnisse stets kontrolliert und im Zweifel an irgendeiner Stellschraube geschraubt werden.

Herkömmliche Lebensmittel wie Obst, Getreide- und Milchprodukte, halten erst ab Phase 2 wieder langsam Einzug in mein Leben. Ziel soll ja sein, dass ich irgendwann auch mal wieder abends essen gehen kann. Wie ein normaler Mensch leben. Nur eben mit deutlich kleineren Portionen, weil ich nun mal auch gar nicht so viele Kalorien am Tag verbrauche. Ab da sehe ich auch Frau Doktor etwas seltener – in der Stabilierungsphase sogar nur noch einmal im Monat.

„Es funktioniert“, sagt Frau Doktor, doch ich bin skeptisch

Tatsächlich bin ich höchst kritisch und stehe diesem ganzen Prozess sehr skeptisch gegenüber. Die Aussage von Frau Doktor lautet: „Das funktioniert, weil es gar keine andere Möglichkeit gibt, als dass der Körper Fett verbrennt.“ Sie lebt gerade selbst nach diesem Konzept, testweise, und ist begeistert. Ich hingegen misstraue einer Ernährungsumstellung und Ernähungskonzepten, bei denen ich mich dann gesund ernähre, wenn ich mich mit künstlichen Ersatzprodukten vollstopfe.

Powerriegel mit Schoko-Karamell-Geschmack, Vanille-Waffeln, BBQ-Soja-Chips und Erdbeershakes sind absolut nicht das, was ich unter einer gesunden Ernährung verstehe – und schon gar nichts, was ich im echten Leben je zu mir nehmen würde. Ich liebe Quark. Und Joghurt. Und Schinken. Und frisches Gemüse. Auch Obst, manches zumindest. Aber eine Süße war ich noch nie (außer bei Kino-Popcorn, da gibt’s einfach nichts Besseres) und ein Fan von Knabberkram auch nicht.

Meine Erfahrung mit Abnehmkonzepten: Nicht so gut

Außerdem habe ich mit Konzepten, bei denen man von Produkten und Dingen abhängig ist, die man ständig für teures Geld nachkaufen muss, schlechte Erfahrungen gemacht. Juice Plus sagt euch vielleicht was, da kombiniert man Shakes jedweder Art mit Vitaminpillen unterschiedlichster Fassung, macht dann Sport und wird schlank. Bei mir hatte das damals den Effekt, dass ich einfach zugenommen habe und gut war. Meine „Betreuerin“ konnte sich das nicht erklären, hat sich entschuldigt und hat sich von den 300 Euro, die ich für das Paket gezahlt habe, vermutlich erstmal übers Wochenende nach Barcelona geflogen.

Auch Kohlsuppen, Weight Watchers, Kalorien zählen, Blutgruppen-Diät oder auch Bikini-Body-Programme von Kayla Itsines haben bei mir – wenn überhaupt – nur einen sehr kurzfristigen Effekt gezeigt. Und das lag nicht daran, dass ich nach einer solchen „Phase“ wieder in den Pizza-Modus verfallen bin. Das dürft ihr mir glauben. Der kommt immer erst dann, wenn das erreichte Ergebnis, das noch weit weg ist vom gewünschten Ergebnis, sich ins Gegenteil verkehrt. Trotz striktem Einhalten der Regeln der „Erhaltungsphase“. Ernäherungsumstellung sieht also anders aus.

Nun bin ich mal gespannt, wie das hier wird. Vielleicht bringt mir dieses niederländische Ernährungskonzept ja die Erleuchtung. Wenn ich lese, dass ich mich durch sechs Phasen boxen muss, die allesamt mehrere Wochen andauern und in einer Erhaltungsphase von einem Jahr (!) müden, verdrehe ich innerlich allerdings schon wieder die Augen. Aber noch mal: Ich mach das jetzt. Und ziehe es durch. Würde das Geld auch tatsächlich nicht in die Hand nehmen, wenn mich die Idee dahinter und die Erfahrungswerte von Frau Doktor mit anderen Klienten nicht zumindest ein kleines bisschen überzeugt hätten. Zumindest haben sie mich neugierig gemacht. Wenn es funktioniert: Umso besser. Wenn nicht, dann erfahrt ihr das ja, weil ihr mich bei diesem Irrsinn natürlich quasi live begleiten dürft.

Ich esse was, was du nicht isst – und das ist beige

Ich werde bei Instagram mal dieses ganze Essen posten, das ich da zu mir nehmen muss. Von Riegeln und Waffeln werde ich vielleicht lieber keine Bilder machen, aber diese Speisen, die man sich richtig zubereiten muss, die eignen sich ja eventuell ganz gut. Auch wenn sie hauptsächlich beigefarben sind. Und ohne Filter, damit ihr keinen falschen Eindruck vermittelt bekommt. So ehrlich müssen wir zueinander sein, Freunde. Nicht, dass das hier noch in einer Werbeveranstaltung mündet. Noch nicht. Wer weiß, womöglich veranstalte ich eines Tages Tupperabende mit PowerSlim-Produkten und schäme mich dann nicht mal mehr dafür.

Bis dahin überlasse ich den Job mit der Ernährungsumstellung der Beraterin aber Frau Doktor. Die ist übrigens wirklich Ernährungsberaterin und nicht nur Produkt-Vertreterin. Bevor ich mich hierzu habe hinreißen lassen, haben wir auch über viele andere Möglichkeiten gesprochen, meine Ernährung zu verändern. Schließlich war ich es, die dieses Konzept einem fundierten, zeitlosen Ernährungsplan vorgezogen hat. Wer weiß, ob der seinen großen Auftritt nicht auch noch haben wird eines Tages. Doch jetzt habe ich erstmal meine Starterbox von PowerSlim ausgepackt, die mich 169 Euro gekostet hat (inklusive der lebenslangen Beratung und Messung durch meine Ernährungsberaterin, versteht sich). Seht selbst:

Womit habt ihr es geschafft? Erzählt es mir!

Übrigens: Ich weiß, dass es unter euch immer auch jemanden gibt, der mit den ganzen Konzepten, an denen ich gescheitert bin, höchst erfolgreich war. Und der mich gern verurteilen möchte, dass ich hier was schlecht rede, was total super ist. Nein, mache ich nicht. Ich teile nur meine persönliche Erfahrung und freue mich mit jedem von euch, bei dem es geklappt hat, ehrlich! Wenn dem so ist, seid so gut und hinterlasst mir und allen Lesern einen Kommentar unter diesem Artikel, in dem ihr eure Ernährungsumstellung oder Abnehmgeschichte teilt und wie es geklappt hat.

Lasst uns dabei bitte sachlich und informativ bleiben, denn Zahlen und Erfahrungen sprechen für sich – da müssen wir niemandem zu nahe treten oder seine Urteilskraft infrage stellen. Ich bin wirklich sehr gespannt und freue mich drauf, wenn ihr mich an euren Geschichten teilhaben lasst!

Ich, Nina, Jahrgang 1986 und Gründerin des Blogs „Ich mach dann mal Sport“, bin Zeit meines Lebens verliebt in Wort und Schrift. Jetzt nehme ich euch mit auf meine Suche nach Motivation und meinen Weg zu mehr Fitness.

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