Hätte mir jemand vor vier Wochen gesagt, dass ich mal an einer Sport-Challenge teilnehme und diese dann auch noch öffentlich im Internet austrage – ich hätte kichernd mein Weinglas gehoben und mich dann wieder auf der Couch zusammengerollt. Warum bin ich jetzt also doch hier? (M)ein Gastbeitrag von #teamtina.

Zahlen bitte!

Ich kenne Nina seit fast zehn Jahren. Und ich muss zugeben, dass ich sie seitdem immer um ihre Figur beneidet habe. Deswegen war ich einigermaßen fassungslos, als ich neulich ihren Blogpost mit harten Fakten und Zahlen gelesen habe. Da habe ich doch glatt zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit wieder selbst zum Maßband gegriffen und erstaunt festgestellt: Ich bin schlanker als ich dachte.

„Toll, freu dich“, denken jetzt vermutlich einige, denn genau das würde ich auch denken. Allerdings hat mir diese Episode mal wieder deutlich gemacht, wie weit Selbst- und Fremdwahrnehmung manchmal auseinander liegen können. Und wie wenig Zahlen tatsächlich ausdrücken.

Nette Menschen sagen zu Größe 42 „kräftig“

Es gab Zeiten, da habe ich 85 Kilo auf 168 cm verteilt. Nette Menschen finden dafür Euphemismen wie „kräftig“ oder „pummelig“, tatsächlich ist das aber schlicht und einfach übergewichtig. Wenn man langsam bei den Standard-Kleidergrößen bis 42 an die Grenzen der Dehnbarkeit stößt und man sich bei einem Stadtbummel im Sommer ohne Strumpfhosen die Oberschenkel unterm Rock wundreibt, kann man das irgendwann nicht mehr schönreden.

Irgendwann waren dann 20 Kilo weg, nur das dicke Mädchen war immer noch da. Denn auch mit zwei Kleidergrößen weniger habe ich vor allem mal gesehen, was alles noch nicht so ist, wie es sein soll. Und was bei anderen besser ist.

Wettbewerb? Nein, danke!

Das ist nun alles ein paar Jahre her, und inzwischen kann ich wirklich an den meisten Tagen ganz zufrieden in den Spiegel blicken, aber der Weg war lang. Eine entscheidende Rolle hat dabei für mich tatsächlich der Sport gespielt. Früher hatte Sport für mich genau einen Zweck: Kalorien verbrennen. Spaß gemacht hat das nie, und wenn ich tatsächlich einmal etwas gemacht habe, was mir Spaß macht, hatte ich sofort ein schlechtes Gewissen, weil ich in der Zeit auf dem Crosstrainer ja vielleicht noch 50 Kalorien mehr verbrennen könnte.

Das hat sich erst geändert, als ich das Konzept von edelhelfer sport kennengelernt habe. Das Training ist zwar extrem anstrengend, aber Wettbewerb spielt keine Rolle. Es geht nicht darum, möglichst viele Wiederholungen zu schaffen oder möglichst viel Gewicht zu stemmen, sondern die eigenen Grenzen zu überwinden. Auch wenn ich trotz aller Versuche immer noch keinen ganzen Klimmzug schaffe, komme ich doch zumindest schon ein gutes Stück weiter als zu Beginn. Und nur das zählt.

Andere schaffen fünf Klimmzüge, können aber keine drei Sekunden auf einem Bein stehen. Es ist egal. So abgedroschen es klingen mag: Jeder von uns hat andere Voraussetzungen, jeder hat andere Ziele, und jeder kämpft seinen eigenen Kampf. Aber jeder von uns sollte nur für und gegen sich selbst kämpfen.

Wo ist denn da jetzt die Challenge?

Das fragte mich neulich eine Freundin, als ich ihr von #40tagesport erzählt habe. Schließlich werden wir weder gelaufene Kilometer noch verbrannte Kalorien vergleichen. Das hat auch gar keinen Sinn, weil wir vollkommen unterschiedliche Motivationen haben. Nina will überhaupt erst mal mit Sport anfangen und Sporteinheiten in ihren Alltag integrieren. Ich trainiere seit drei Jahren regelmäßig, will aber endlich mal meine Ausdauerfaulheit überwinden und laufen gehen. Vergleichbar ist da nichts.

Außer einem gemeinsamen Ziel: Wir wollen uns überwinden und uns besser fühlen. Egal was, Waage und Maßband dazu sagen. Wir wollen uns nicht gegenseitig unter Druck setzen („Guck mal, ich habe 1.000 Schritte mehr als du!“), sondern die andere mit unseren Erfolgserlebnissen motivieren. Und wenn ich nun dreimal pro Woche laufen muss, um eine der besten Freundinnen, die man sich wünschen kann, auf ihrem Weg zu begleiten, dann ist das eben so.


Du willst mehr erfahren über die Sport-Challenge #40tagesport? Nina und Tina anfeuern – oder vielleicht sogar selbst mitmachen und dich mit den beiden quälen? Hier findest du alle Infos ->

Ich bin Tina. Vollzeit-Geekgirl, Wortverdreherin, Weltenbummlerin und beste Freundin der Initiatorin dieses Blogs. Vor drei Jahren habe Sport für mich entdeckt. In unterschiedlichsten Arten und Weisen. Ich bin hier Mitstreiterin bei der Sport-Challenge #40tagesport und lasse euch darum als Gastautorin am #teamtina teilhaben.

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