Ihr wolltet heute eigentlich trainieren, aber ihr seid viel zu müde für Sport? Das kenne ich nur allzu gut. Damit aus diesem Phänomen kein Problem wird, sollten wir uns damit beschäftigen, warum wir überhaupt so erschöpft sind und was das für unser Training bedeutet.

Wer von euch nach der Arbeit nach Hause kommt und voller Energie in eine intensive Sport-Einheit startet, der möge mir bitte in den Kommentaren verraten, was sein Geheimnis ist oder wo ich seinen Drogendealer finde. Denn ich kenne eigentlich nur ein Szenario: Ich komme aus der Arbeit, habe das Kind im Schlepptau und möchte dann, wenn Essen und Bettgehzeit vorbei sind, eigentlich nur noch faul auf dem Sofa liegen und nichts tun.

Meist gähne ich schon auf dem Heimweg so viel vor mich hin, dass ich nicht mal mehr ohne ausgiebige Atempause die Frage beantworten kann, ob der Platz neben mir noch frei ist. Selbst während ich nur übers Gähnen schreibe, übermannt mich die Müdigkeit. Es ist absolut verblüffend.

Zu müde für Sport? Dann mach keinen Sport!

Ich bin jemand, der allgemein sehr viel Schlaf benötigt. Doch wenn ich Sport treibe, erreicht meine Zerschlagenheit ein neues Level. Sport macht mich müde. Aber nicht nur nach dem Sport selbst, sondern auch an Tagen, an denen ich mich gar nicht bewege. Nach der Arbeit, im Urlaub, Regenerationstage, Trainingstage, vor dem Sport, nach dem Sport – völlig egal. Ich kann die Augen kaum aufhalten. „Wer sich verausgabt, ist auch müde“, habe ich mir eingeredet und die intensive Müdigkeit als Begleiterscheinung meines Trainings verbucht. Doch Vorsicht, denn die Symptome können noch auf etwas anderes hindeuten: auf Übertraining!

Habe ich erstmal Lust am Sport gefunden, möchte ich ihn gern mehrmals in der Woche machen, am liebsten anfangs jeden Tag. Und sei es nur, dass ich 20 Minuten HIIT-Training im Wohnzimmer zu Hause mache. Egal! Bewegung muss es sein, dann fühle ich mich sportlich und tapfer, bin stolz auf mich und bilde mir ein, ich könnte meinen Muskeln während der Übungen beim Wachsen zuschauen. Zugegeben, ich neige zum Extrem. Entweder habe ich nämlich tagelang gar keine Lust auf Sport – oder eben ständig. Das ist aber alles andere als gesund, wie mir nun einige Trainer und Ärzte erklärt haben.

Experten sagen: Man kann durchaus auch zu viel Sport machen

„Die Hektik und der Stress in unserem Alltag entspricht nicht der Lebensweise, für die wir eigentlich gemacht sind und auf die sich unser Körper richtig einstellen kann“, weiß der US-Mediziner Dr. Frank Lipman. Wenn also zu Schlafmangel, künstlichem Licht, dem Einfluss elektronischer Geräte und einem hektischen Lebenswandel auch noch Trainingseinheiten dazu kommen, ist das eine gewaltige Herausforderung für unseren Körper: „Wenn wir jetzt noch extrem viel Sport machen, obwohl wir müde sind, powert uns das noch mehr aus und wir sind dauermüde.“

Wer sich unbedingt bewegen möchte, obwohl er gefühlt bereits kurz vor dem Einschlafen ist und damit zu müde für Sport, kann mit Yoga oder auch Pilates etwas Entspannung in sein Leben bringen. Diese beiden Sportarten etwa bieten dem Körper nämlich trotz Bewegung die Möglichkeit, sich ausreichend zu erholen.

Anzeichen, an denen ihr erkennt, dass ihr zu viel Sport gemacht habt

Isabell Prophet hat für „Noizz.de“ einen wunderbaren Artikel geschrieben mit acht Anzeichen, an denen wir erkennen, dass wir zu viel Sport gemacht haben. Darin fasst sie recht gut zusammen, welche Symptome in unserem Alltag letztlich das Ergebnis von Übertraining sind.

Du bist müder als sonst und sehnst dir mehr als alles dein Bett herbei? Dann hast du es in den vergangenen Tagen und Wochen schlichtweg übertrieben mit dem Training. Sporteln wir mehrere Tage durch ohne Pause, weil wir den inneren Schweinehund derzeit recht gut an der kurzen Leine halten können, fällt uns das früher oder später auf die Füße. Keine Regenerationsphase bedeutet: Keine Erholung, keine Energie, kein Muskelaufbau, kein Schlaf. Denn die ständige Ausschüttung von Adrenalin überreizt unser Nervensystem und lässt uns somit nicht zur Ruhe kommen.

Was haben wir davon, wenn wir keine Energie mehr haben?

Haben wir keine Energie, schleppen wir uns durch den Alltag, durch die Arbeit und im schlimmsten Fall durch Freizeit-Events, bei denen wir lieber Spaß als Schlafbedürfnis verspürt hätten. Unsere Leistung lässt in allen Bereichen unseres Lebens nach: Wir haben keine Lust mehr auf Sex, sind leicht reizbar und gestresst, keine Konzentration mehr, weniger belastbar als sonst. Letzteres gilt auch für unsere Trainingseinheiten. Schaffen wir weniger Wiederholungen von Übungen oder nur mit weniger Gewicht als sonst, ist das ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass wir übertrainiert haben.

Ein weiteres Indiz hierfür ist, dass wir keine Lust mehr auf Sport haben. Verdrehen wir beim Gedanken ans Training nur noch die Augen, empfinden trotz aller Leidenschaft für Sport aber keine Freude mehr, sagt uns unser Körper: „Freundchen, hör auf, das tut dir gerade nicht gut.“ Körper und Kopf kommunizieren hinter unserem Rücken also miteinander und kommen zu der Erkenntnis, dass wir zwangsentspannt werden müssen. Das heißt übrigens nicht, dass wir gar keinen Sport machen dürfen oder sollen, sondern nur, dass wir etwas variieren müssen bei der Wahl der richtigen Sportart.

Entspannung kann die Erkenntnis bringen

Entspannende Kurse wie Yoga oder Tai Chi können hier wahre Wunder bewirken. Sie ermöglichen es nicht nur, dass wir uns ohne große Anstrengung weiterhin bewegen können, sondern sorgen auch für einen guten Ruhepuls. Liegt dieser nämlich höher als sonst – etwa durch Sommerhitze, Alkohol oder Aufregung – ist auch das ein Anzeichen dafür, dass wir es übertrieben haben.

Ach ja, auch noch eine spannende Erkenntnis für mich war folgende: Muskelkater lässt sich nicht mit Muskelkater bekämpfen. Trainieren wir trotz Muskelkater in alter Gewohnheit weiter, riskieren wir damit Verletzungen wie etwa einen Muskelfaserriss. So gern ich das Gefühl des „Ziehens“ im Körper also mag: Es gibt Grenzen. Und die sollten wir nicht nur kennen, sondern auch einhalten. Wenn wir zu müde für Sport sind, dann sind wir eben zu müde für Sport.

Ich, Nina, Jahrgang 1986 und Gründerin des Blogs „Ich mach dann mal Sport“, bin Zeit meines Lebens verliebt in Wort und Schrift. Jetzt nehme ich euch mit auf meine Suche nach Motivation und meinen Weg zu mehr Fitness.

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