In der vergangenen Wochen war’s zugegebenermaßen etwas ruhig hier im Blog. Das lag vor allem daran, dass ich recht ruhig geworden bin. Der Grund dafür hat einen Namen: Hyperemesis gravidarum. Manche von euch haben das schon mal irgendwo gehört oder gelesen – etwa in meinem Beitrag über meine erste Schwangerschaft, die schließlich überhaupt daran „schuld“ ist, dass es „Ich mach dann mal Sport“ gibt. Oder in Zusammenhang mit den Schwangerschaften von Herzogin Kate.

„Bitte waaaaaaaaaaaaaaaaas? Schwanger???“ – Ja, genau. So habe ich auch geschaut. Vor allem hinsichtlich meiner Vorbereitungen auf den Bridgestone Great 10k mit meinen „Heimlichen Siegern„. Aber ich kann euch sagen: Glücklicher könnte ich gerade nicht sein. Manche Dinge haben ein ganz eigenes Timing, das einem auf den ersten Blick möglicherweise etwas ungünstig erscheint. Im Nachhinein muss ich aber sagen: Das passt schon so. Im Mai 2019 wird meine Maus so Gott will große Schwester und ist völlig aus dem Häuschen deswegen. Wenn es nach ihr geht, wird das zweite Kind ganz klar wieder ein Mädchen. Wetteinsätze nehme ich jederzeit gern entgegen.

Bis es soweit ist – bis wir also wissen, welches Geschlecht das Baby haben wird, beziehungsweise bis es überhaupt das Licht der Welt erblickt – überlasse ich das Jubeln noch Kind Nummer eins, dem Vater, Freunden und Verwandten. Ich selbst mache mir über das, was kommt, momentan nur wenig Gedanken. Das liegt vor allem an einer alten Feindin von mir: der Übelkeit und ihren Folgen. Bauchmuskeltraining der ganz besonderen Art.

Hyperemesis gravi … wer?

Bei Hyperemesis gravidarum handelt es sich um schwere Schwangerschaftsübelkeit. Nicht zu verwechseln mit der „normalen“ Schwangerschaftsübelkeit, die rund 90 Prozent aller Schwangeren haben. (Das ist nicht abwertend gemeint! Ich leide mit jeder einzelnen Frau da draußen, die das erleben musste. Ehrlich.) Bei der HG handelt es sich quasi um eine recht belastende Ausnahmesituation, die glücklicherweise nur rund 1 bis 3 Prozent aller Schwangeren betrifft. Gehört man zum Kreis der Auserwählten, ist einem leider nicht nur übel, sondern es geht einem richtig schlecht.

Details über die Häufigkeit des Erbrechens erspare ich euch. Die Info, dass mein treuer Begleiter der vergangenen drei Monate ein kleiner grauer Eimer namens Henry ist, muss reichen. Henry war beim beim letzten Mal ab der 7. Schwangerschaftswoche bis am Abend vor der Geburt mein wirklich allerbester Freund. Während meiner ersten Schwangerschaft musste ich aufgrund dessen, dass ich weder einen Bissen Essen, noch einen Schluck Wasser bei mir behalten konnte, längere Klinikaufenthalte einplanen. Und ja, ich habe ALLE Tipps, die es auf diesem Planeten zum Thema Übelkeit, Schwangerschaftsübelkeit und Schwangerschaft im Allgemeinen gibt, gehört und ausprobiert. Alle. ALLE.

Nichts hat geholfen. Die Hyperemesis gravidarum ist auf einen erhöhten Wert des Peptidhormons ß-HCG zurückzuführen und der muss bei mir tatsächlich außergewöhnlich hoch und ausdauernd gewesen sein. Einige Frauenärzte, mit denen ich über meine Beschwerden gesprochen hatte, redeten mir ein, es würde in der nächsten Woche alles besser werden. Diese Reden hielten sie – allesamt Männer übrigens – konsequent bis zur 40. Woche durch. Respekt dafür! Ich an ihrer Stelle wäre vermutlich irgendwann eingeknickt und hätte zugeben müssen, dass ich schlichtweg nicht helfen kann.

Besser ist besser – aber eben nicht gut

Diesmal meint es Schicksal etwas besser mit mir. Ich bin mittlerweile bei einer Frauenärztin, die sich nicht nur deutlich mehr Gedanken um ihre Patientinnen macht, sondern selbst unter sehr starker Schwangerschaftsübelkeit litt und lange Zeit in einer Klinik tätig war, in der Fälle wie meine behandelt wurden. Sie konnte mir sagen, welche medikamentösen Möglichkeiten es noch gäbe, die wir noch nicht ausprobiert hatten.

(Wodurch ich übrigens feststellen durfte, dass das effektivste Mittel der Wahl in Deutschland nicht mehr vertrieben wird. Meclozin war über Jahrzehnte die Empfehlung Nummer eins bei Schwangerschaftsübelkeit, sehr gut untersucht und absolut bedenkenfrei einsetzbar bei Schwangeren. Nur leider ist die Nachfrage hierzulande einfach nicht groß genug. Anders als etwa in Frankreich oder Belgien.)

Klingt, als würde es mir diesmal richtig gut gehen, hm? Ja, für mich fühlt es sich beinahe so an. Diesmal war ich bislang noch nicht im Krankenhaus, sondern nur vier Wochen ans Bett gefesselt. Auf jeden Tag, an dem ich mich aufrecht durch die Welt bewege, folgt zwar meist wieder ein unfreiwilliger „Ausgleichstag“, doch ich bin zuversichtlich, dass es besser wird.

Es ist Zeit für meine Rückkehr zum Sport

Und dann – genau dann! – werde ich mir wieder neue Sportarten suchen, die ich gern für euch und mich ausprobieren möchte. Sport in der Schwangerschaft ist ja schließlich nicht per se verboten, sondern bis zu einem bestimmten Maß sogar erwünscht. Mal schauen, was da alles für mich machbar sein wird. Ich hoffe doch einiges! Ich habe mir bereits einen Yogakurs für Schwangere rausgesucht und werde mich wohl auch meiner absoluten Hass-Sportart stellen: dem Schwimmen.

Schwimmen soll so fantastisch sein für Schwangere, dass ich mir nicht sicher bin, ob einige Frauen überhaupt nur schwanger werden, damit sie endlich einen Grund zum Schwimmen haben. Fällt euch noch was ein, das ich unbedingt mal gemacht haben sollte mit dickem Bauch? Dann immer her mit euren Vorschlägen! Ich bin gespannt.

Das heißt übrigens nicht, dass das hier nun ein Mami-Blog für werdende Mütter und ihre Problemzonen wird. Die werden sich hier zwar auch wohlfühlen, weil ich mich zumindest privat natürlich „zwangsläufig“ etwas mehr mit diesen Themen auseinandersetze in den kommenden Monaten. Doch es stehen so viele Themen auf der Agenda, die ich unbedingt für euch angehen möchte!

Freut euch auf das, was kommt!

Ich beschäftige mich derzeit etwa mit der Frage, woher unsere Motvation überhaupt kommt. Warum tun wir, was wir tun? Außerdem werde ich mich pünktlich zur kalten Jahreszeit mit Training zu Hause beschäftigen. In einem kleinen Ausdauer– und einem Krafttraining-Spezial werdet ihr Tipps, Tricks und Übungen finden, mit denen ihr über den Winter auch daheim im Rahmen eurer sportlichen Möglichkeiten fit bleibt.

Außerdem werde ich mit einigen Experten über das Thema Ernährung sprechen. Welche Lebensmittel können uns beim Sport unterstützen? Warum kann uns Essen sportlich motivieren? Und warum tritt trotz fleißigem Training einfach nicht der gewünschte, figurverändernde Erfolg ein? Stichwort Stoffwechselanalyse! Wie immer gilt natürlich: Wenn es Themen gibt, die euch persönlich interessieren, freue ich mich stets über eine Nachricht von euch.

Sportanfänger? Bin ich. Wieder. Und das ist gut.

Wir Sportanfänger müssen ja zusammenhalten! Und nichts anderes bin ich inzwischen wieder: Sportanfängerin. Denn nach der Zwangspause der vergangenen Wochen fange ich quasi wieder bei Null an, ob ihr mir das glaubt oder nicht. Mein ganz eigener Treppensteigen-Schnauf-Test hat ergeben: Ich bin dermaßen aus der Form, dass es kracht. Und irgendwie gefällt es mir.

So schön es im Sommer war, auf meinem persönlichen Trainingshoch angekommen zu sein nach nur rund sechs Monaten Sport mit euch allen an meiner Seite, so sehr freue ich mich auch drauf, wieder von vorne anzufangen. Klingt seltsam, ich weiß. Aber dieses „Dinge zum ersten Mal machen“ und sich stetig steigern, das hat verdammt viel Spaß gemacht. Gehen wir’s zusammen also wieder an?

Ich, Nina, Jahrgang 1986 und Gründerin des Blogs „Ich mach dann mal Sport“, bin Zeit meines Lebens verliebt in Wort und Schrift. Jetzt nehme ich euch mit auf meine Suche nach Motivation und meinen Weg zu mehr Fitness.

Erster Kommentar: Bauchmuskeln ganz ohne Training. Oder: Warum es um mich so ruhig geworden ist

  1. Maria Ebert sagt:

    Ist wahr, dass man sich durch die Zeit mit Fitness und Sport langweilt, und deshalb ist es immer gut eine kleine Pause zu machen. Dennoch, glaube ich nicht, dass man wieder von Null anfängt. Wenn wir früher schon Sport gemacht haben, dann ist es immer noch in uns…

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