Es gab eine Zeit, in der bin ich sehr gerne gelaufen und auch regelmäßig. Das liegt allerdings wirklich schon eine Weile zurück. Aber: Alle laufen. Ist euch das mal aufgefallen? Egal, mit wem man redet, wenn er ein bisschen Sport macht oder eigentlich auch lieber keinen, dann geht er joggen. Das erweckt beinahe den Anschein, als wäre diese Sportart das Entspannendste auf der ganzen Welt. Sorry, Yoga-Freunde. Ob das wirklich stimmt, wollte ich nun herausfinden. Was ich dann erlebte, machte mich fassungslos.

In den vergangenen drei Jahren war ich froh, wenn ich joggen im Sinne von „Spazieren gehen“ konnte. Doch irgendwie hat mich das Thema nie so recht los gelassen. Als ich noch im Schwarzwald gelebt habe, bin ich während des Studiums regelmäßig an der Kinzig joggen gegangen. Das war ein paar Wochen lang die Hölle, dann wurde es zu einer Art mentaler Übung. Für den Kopf und für den Körper.

Ich war laufen. Das sieht man, oder?

Nun lebe ich seit mehr als zehn Jahren in München und bin seitdem nicht einmal wieder draußen laufen gewesen. Mal im Fitnessstudio aufs Laufband, immer brav auf den Crosstrainer, sonst eher Krafttraining. Joggen waren irgendwie immer nur die anderen: Menschen an der Isar, meine Arbeitskollegen, meine Freunde in der Heimat, meine Mädels, mein Mann. Doch – Trommelwirbel! – jetzt habe ich es gewagt. Mir bleibt auch nichts anderes mehr übrig, schließlich soll ich ja noch in diesem Jahr einen 10-Kilometer-Lauf absolvieren. Das mach ich ja nicht aus dem Stand.

Zum ersten Mal kann ich verstehen, warum Menschen in der prallen sommerlichen Mittagssonne joggen gehen. Wenn sie nämlich morgens genau so lange brauchen, bis sie das richtige Outfit gewählt, noch was gegessen, ihren Bauchbeutel gepackt und dann doch das Wasser vergessen haben, ergibt das plötzlich Sinn mit dem Mittagslauf. Für die erste Runde heute seit Jahren hatte ich mir mindestens 30 Minuten vorgenommen. Das ist die Anforderung der Sport-Challenge #40tagesport, die derzeit (haha) läuft: Zweimal in der Woche eine Laufeinheit von 30 Minuten. Da laufen beide – #teamnina und #teamtina.

Ich war laufen – und das ist der Erfahrungsbericht

Eine konkrete Strecke hatte ich mir vorab nicht rausgesucht. Mein Plan war es, mich durch die Häuserschluchten zur Isar hinunterzuschlängen und dann einfach am Fluss entlang zu joggen. Das habe ich gemacht und dabei den ersten Vorteil dieser Sportart erfahren: Man kann eigentlich überall laufen gehen. Auf auf dem Gehweg, auf abgesperrten Straßen, auf kleinen Waldwegen, auf Brücken. Nur nicht vor dem Lehrerzimmer der Phorms Schule. Als ich mich dorthin verlaufen hatte, weil ich in Gedanken war und nicht gesehen habe, dass es sich um eine kaiserliche Einfahrt und nicht um eine normale Straße gehandelt hat, wurde ich des Elite-Campuses verwiesen.

Das war meine Laufstrecke.

Diese Erfahrung hat mir den zweiten Vorteil dieser Sportart aufgezeigt: Hat man erstmal seinen Rhythmus gefunden, schält der Kopf ab und man läuft ganz automatisch weiter. Das war eine sehr spannende Erfahrung. Eigentlich wollte ich nie durch die Stadt joggen, weil ich die Blicke der Leute meiden möchte. Sport mache ich lieber in einem Umfeld, in dem auch andere Sport machen. So gesehen war meine Ankunft am Isarufer genau das, was ich gebraucht habe. Wobei ich das Villen-Watching in Bogenhausen durchaus interessant fand. Ich würde sogar behaupten, ich habe Ecken der Stadt kennengelernt, die ich noch nie zuvor gesehen habe.

Anfängerfehler: Zu schnell laufen

Einen Fehler habe ich am Anfang gemacht: Ich bin zu schnell gelaufen. Ich habe mir vor Jahren mal eine Atemtechnik zugelegt für Sport jedweder Art, die da lautet: 21-22 zählen beim Einatmen, 21-22-23 zählen beim Ausatmen. Wenn ich das beibehalten kann, habe ich die für mich machbare Trainingsintensität gefunden. Nach 10 Minuten hatte ich mich gut eingependelt, war zwar langsam, aber konsequent. Eine wichtige Erkenntnis, die ich hierbei hatte: Ich brauche zum Joggen die richtige Musik. Vorab hatte ich mir eine Playlist mit unterschiedlichsten Liedern zusammengestellt. Während des Laufens habe ich dann für mich ausgemacht, welche Songs sich wirklich eignen für mein Tempo und welche zu langsam oder unnötig treibend sind.

Da ich ja selbst noch Laufanfänger bin, werde ich mich noch damit beschäftigen, welche Tipps und Tricks es für den Anfang gibt. Sicherlich kann man nämlich vieles falsch machen, wie ich heute gemerkt habe – aber auch vieles richtig. Und nun geht’s zur Bilanz meiner Lauferfahrung!

Wie viele Kalorien werden pro Stunde verbrannt?

Wenn ich meinen Kalorienverbrauch von meinen 35 Minuten Laufeinheit hochrechne, komme ich auf rund 600 Kalorien pro Stunde. Je nach Körpergewicht, Größe, Tempo und Grundumsatz eures Körpers liegt ihr bei 500 bis 700 Kalorien. Wenn ich euch eine App schnappt, die euren Lauf trackt und eure Maße und Daten kennt, spuckt sie euch eine recht konkrete Zahl aus. Ich mach das mit Runtastic Pro.

Sind Vorkenntnisse oder Erfahrung nötig?

Eigentlich nicht. Laufen kann jeder von uns, macht er ja auch irgendwie jeden Tag. Nur eben nicht so kontrolliert und durchdacht wie beim Joggen.

Ist die Sportart für Sportanfänger geeignet?

Durchaus. Ihr müsst nur eben langsam anfangen. Wer es gleich zu Beginn übertreibt, tut seinem Körper nichts Gutes – und verliert seine Motivation auch früher als ihm lieb ist. Findet in aller Ruhe euer Lauftempo. Macht Gehpausen, wenn es euch zu anstrengend wird. Nehmt euch nicht zu viel auf einmal vor. Nach 20 Minuten war bei mir beim ersten Lauf der Punkt erreicht, an dem ich hätte aufhören können. Weil ich wirklich erschöpft war. Mit ein paar Minunten Gehpause ging’s dann aber gut weiter bis auf 35 Minuten.

Ist die Sportart gut als Ausdauertraining geeignet?

Laufen IST vermutlich das beste Ausdauertraining, das es gibt. Wage ich jetzt mal zu behaupten. Denn um vielmehr als um Ausdauer geht es hier ja gar nicht.

Ist die Sportart gut als Krafttraining geeignet?

Nein. Joggen ist ein klassischer Ausdauersport. Natürlich könnt ihr euch aber auf eurer Laufstrecke auch kleine Übungen einbauen, mit denen ihr das Lauftraining um ein paar Krafteinheiten ergänzt.

Ist die Sportart für Menschen mit Gelenkproblemen geeignet?

Wenn ihr die falschen Schuhe zum Laufen habt, tut ihr euren Fuß- und Kniegelenken nichts Gutes. Dem könnt ihr ja aber vorbeugen, indem ihr im Fachgeschäft eine Laufanalyse machen lasst. Ansonsten gilt: Unsere Gelenke sorgen dafür, dass wir uns überhaupt bewegen können. Da Laufen eine natürlich Bewegungsform des Menschen ist, werden die Gelenke dadurch quasi geölt und in ihrer Funktion sogar gefördert. Radfahren und Schwimmen zum Beispiel sind sehr gelenkschonende Sportarten.

Beim Laufen scheiden sich die Geister etwas: Walken wird noch als schonend und sogar gut für die Gelenke eingestuft – Joggen kann, je nachdem, wie man es betreibt, die Gelenke schädigen und Arthrose verursachen. Nicht erst im hohen Alter, sondern bereits ab dem 40. Geburtstag. Beim Joggen wirkt das Sechs- bis Achtfache des eigenen Körpergewichts auf das Kniegelenk. Vor allem bei unebenem Untergrund wie Waldwegen ist das eine gewaltige Belastung. Deshalb gilt: Immer warm machen vor dem Laufen! Und als Anfänger wirklich ruhig starten – die Muskeln, die ein Läufer mit gesunden Gelenken braucht, muss der Körper erstmal aufbauen. Daher:

Wie abwechslungsreich ist dieser Sport?

Das kommt auf die Sicht der Dinge an! Laufen als solches ist natürlich unfassbar eintönig. Die Bewegung ist stets dieselbe, das gehört ja zum Konzept. Aber: Was man während des Joggens alles sehen und erfahren kann, ist wiederum recht abwechslungsreich. Da das aber zunächst nichts mit der Sportart selbst zu tun hat, gebe ich in diesem Fall eine niedrige Punktzahl.

Ich, Nina, Jahrgang 1986 und Gründerin des Blogs „Ich mach dann mal Sport“, bin Zeit meines Lebens verliebt in Wort und Schrift. Jetzt nehme ich euch mit auf meine Suche nach Motivation und meinen Weg zu mehr Fitness.

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