Wohlfühlen im Körper: Mit einfachen Tipps unbeschwerter essen und leben

Wohlfühlen im Körper, gesunde Ernährung, Körper-Kompass Geil, wie ich diesen Apfel in die Kamera halte, ich weiß. Sieht nach Propaganda für gesundes Essen aus, oder? Dabei reichts für Wohlfühlen im Körper, wenn man auf genau diesen Körper hört! ©Nina-Carissima Schönrock / ichmachdannmalsport.de

Wie kann man sich wohlfühlen im Körper, wenn die Gedanken ständig ums Essen kreisen? Nie zuvor hatten wir so viel Zeit und Muße wie heute, uns den Kopf über Ernährung zu zerbrechen. Was is(s)t richtig, was falsch, was gesund, was ungesund, was gut, was böse? Während wir den Heiligen Gral der Ernährungsformen suchen, vergessen wir aber eines: Den größten Schatz besitzen wir bereits. Einen Kompass nämlich, der uns immer den richtigen Weg zeigt zu Wohlbefinden und Zufriedenheit – unseren Körper.

Essen – aber was? Diese Frage stelle ich mir jeden Tag. Nach dem Aufstehen, vor dem Einkaufen, vor dem Wochenende, wenn ich Essen für mich plane, für die Kinder, für die gesamte Familie. Mich stresst dieses ständige Nachdenken übers Essen ehrlich gesagt.

Dafür gibt es einen einfachen Grund: Es gibt unzählige Tipps, Ernährungsratgeber und „Bibeln“, die uns vorschreiben wollen, was wir essen sollen. Um besonders gesund zu leben. Um besonders fit zu werden. Um Muskeln aufzubauen. Um Fett abzubauen. Um schlank zu werden. Um dicker zu werden. Um glücklich zu sein. Um uns wohl zu fühlen.

Wohlfühlen im Körper ist keine Frage der richtigen Lehre

Ah ja, stopp. Wohlfühlen im Körper. Überspringen wir den restlichen Kram doch einfach und kommen gleich zum Wohlfühlfaktor. Genau das ist für mich einer der wichtigsten Aspekte überhaupt: Mit welchem Essen fühle ich mich wohl? Welche Lebensmittel bereiten mir gutes Gefühl? Welche Speisen machen mich glücklich?

Und zwar weil ICH so fühle. Nicht, weil mir jemand vorschreibt wie ich mich aufgrund bestimmter Ernährungsweisen zu fühlen habe. Nicht, weil jemand behauptet, ich müsse mich und meinen Körper verändern, damit ich glücklich und zufrieden sein kann. Doch woher weiß ich überhaupt, wann ich mich wirklich wohlfühle? Diese Frage möchte ich gern ausschließlich aufs Essen bezogen erörtern an dieser Stelle. Denn ob ich mich in einer Größe 36 wohler fühle als in einer Größe 40 oder dann, wenn meine Winkeärmchen weg sind, sind noch mal ganz andere Themen.

Wann macht Essen glücklich?

Also: Wann sorgt Essen bei mir für ein Gefühl des Wohlbefindens? Hm. Ich würde ja sagen, dass mich zum Beispiel Schokolade, Pizza und Sekt recht glücklich machen. Ich liebe den zarten Schmelz von Schoki und Dinge wie Pizza, die mit Käse überbacken werden, sind sowieso am besten. Wenn ein alkoholisches Getränk sprudelt, verbinde ich das irgendwie mit Urlaub. Das nenne ich wohlfühlen im Körper.

Von Schokolade wird mir aber nach drei Stückchen aber grundsätzlich schlecht, nach einer Pizza möchte ich meist ins Koma fallen und aus dem Alter, in dem ich einen Kater ohne Muskeln in Kauf nehme wegen ein bisschen Alkohol, bin ich definitiv raus. Das sind alles drei Gefühle, die ich nicht besonders gerne mag. Diese Beobachtung bringt eine wichtige Erkenntnis mit sich: Die Dosis macht das Gift.

Dass ich diese Erkenntnis überhaupt habe, verdanke ich harter Arbeit an etwas, das ich zuletzt als Kind konnte: Ich lerne wieder, auf meinen Körper zu hören. Mein Körper und ich sind nämlich eigentlich Freunde. Vergessen wir beide nur immer wieder, wenn wir uns etwas aus den Augen verlieren. Mal ignoriere ich seine Mitteilungen, mal ist er mit mir beleidigt, weil ich wieder allem und jedem mehr Aufmerksamkeit schenke als ihm.

Der Körper, dein Freund und Helfer

Zugegeben, es ist eine recht emotionale Beziehung zwischen uns. Wir reden viel zu selten miteinander und ignorieren die Bedürfnisse des jeweils anderen. Ständig. Wenn ich mich dann aber nach langer Zeit doch mal wieder bei ihm melde und ihn frage, wie es ihm geht, ist er sofort wieder für mich da. Das ist es, was wahre Freundschaft ausmacht. Dass man auch mal vergessen kann, wenn es eine zeitlang nicht so gut lief.

Momentan läuft’s zwischen meinem Körper und mir ganz gut. Er ist eindeutig der Anständigere von uns beiden und bremst mich alten Hitzkopf normalerweise rechtzeitig ein. Wenn ich meinem Körper aufmerksam zuhöre, erfahre ich, wie viel Essen mein Magen wirklich braucht. Er sagt mir, was ich gut vertrage und was nicht. Er zeigt mir, wie ich mit Heißhungerattacken besser umgehen kann und lehrt mich, Lebensmittel bewusst zu konsumieren. Das schont nicht nur Tierleben, die Umwelt, das Klima und den Geldbeutel, sondern auch meinen Magen und meine Nerven.

Wohlfühlen im Körper – so klappt’s bei mir

Klingt nach esoterischem Blödsinn? Dann probiert es mal aus und achtet darauf, was euer Körper euch mitteilt. Konkrete Dinge, die ich im Alltag inzwischen mache, weil es mir besser damit geht:

  • Mehr als „nur“ zwei Liter Wasser am Tag trinken. Mein Körper hat sich inzwischen so daran gewöhnt, dass er sogar nach den zwei Litern noch „Durst“ hat und mehr will! Anfangs hat es mich Überwindung gekostet, so viel zu trinken. Doch ich merke, dass mein Kopf dadurch besser funktioniert und ich deutlich mehr Energie über den Tag hinweg habe. Bloggerin Miriam Fuz von „Muttiversum“ erinnert einen bei Instagram übrigens ständig ans Trinken. Falls ihr jemanden braucht, der euch da etwas Druck macht. 🙂
  • Genießen! Oh ja, genießen. Egal, was ich esse: Ich schaue mir genau an, was ich da auf dem Teller oder in der Schüssel habe und versuche, alle Zutaten entsprechend zu würdigen. Das bedeutet, dass ich bewusst langsam esse und mich auf die unterschiedlichen Geschmäcker konzentriere. Welch feine Nuancen haben sich versteckt? Welche Kombinationen der Dinge, die sich auf meinem Teller oder in meiner Schüssel befinden, schmecken am besten? Welche Zutaten schmecken gemeinsam richtig lecker? Dieses Spielchen lässt sich mit wirklich jeder Mahlzeit spielen! Ob einzelne Bestandteile oder Gewürze: Das alles macht was in unserem Mund, mit unserem Gaumen und unseren Geschmacksnerven. Spannend ist das allemal und sorgt zudem dafür, dass wir besser kauen, langsamer essen und somit (tadaaaaa!) tatsächlich merken, wann wir satt sind!
  • Mich fragen: Habe ich noch Hunger? In den meisten Fällen bin ich unfassbar viel früher satt als es mir lieb ist. Denn ich esse wirklich gern und eigentlich auch viel. Geht übrigens den meisten Menschen in westlichen Ländern so: Sie essen mehr als sie müssten, aber sie wollen nun mal. Verstehe ich gut. Mich frustriert das frühe Sättigungsgefühl tatsächlich ab und zu. Wenn ich mich zum Beispiel sehr auf ein bestimmtes Essen gefreut habe und nicht möchte, dass der Genuss endet. Dann esse ich eindeutig über meinen Hunger und das ist genau genommen totaler Schwachsinn. Sagt mein Körper. Denn wohl fühlt er sich vollgefressen nicht mehr und ich mich auch nicht.
  • Immer Wasser trinken – aber nicht zum Essen. Konnte ich schon als Kind nicht. Warum Menschen etwas zum Essen trinken habe ich nie verstanden. Ausgenommen mal ein Glas Wein. Aber selbst das trinke ich lieber vor und nach dem Essen. Nicht während der Mahlzeit selbst. Tatsächlich macht mein „Tick“ aber biochemisch gesehen Sinn und da kommt der kluge Körper wieder ins Spiel, den jeder von uns hat: Entlang unseres Verdauungstraktes gibt es einen sogenannten pH-Gradienten. Das bedeutet, jeder Abschluss dieser langen, großen Röhre aht seinen eigenen idealen pH-Wert. Der Magen bildet den Anfang des Verdauungstraktes. Deshalb ist es wichtig, dass bereits hier der pH-Wert stimmt, damit es nicht zu Problemen während der Verdauung kommt, wie etwa Bauchschmerzen oder Blähungen. Magensäure hat üblicherweise einen pH-Wert von ca. 2. Das Wasser, das wir zum Essen trinken, hat allerdings einen pH-Wert von ungefähr 7. Mischen wir beide Flüssigkeiten im Magen, kommt es zu einer Verdünnung. Doch mit verdünnter Magensäure kann unser Magen das Essen nicht mehr korrekt zersetzen und weiterverarbeiten. Deshalb ist es tatsächlich besser, ein Glas Wein (weil er deutlich mehr Säure hat!) zum Essen zu trinken als ein Glas Wasser.

 


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