Fabian Hambüchen ist mein Teamkapitän. Und nein, ich spiele nicht Völkerball mit Olympiasiegern, sondern ich werde laufen. Im Sinne von Joggen. Damit ich das nicht allein machen muss, steht mir Fabian bei – und 14 weitere Mitstreiter, mit denen ich das Team #HeimlicheSieger bilde. Doch bevor ich ins Lauftraining einsteige, wollte ich vom Profisportler wissen, wie ich mich überhaupt dazu motivieren kann. Im Interview hat er mir verraten, mit welcher Einstellung Sport mein Freund wird und warum er jetzt auf einen 10-Kilometer-Lauf hintrainiert, obwohl er sich nach seinem Karriereende eigentlich zurücklehnen und entspannen könnte.

„Verfolge deinen Traum. Egal was kommt“ – so heißt die neueste Kampagne von Bridgestone, für die der Reifenhersteller gemeinsam mit Olympiasieger Fabian Hambüchen 15 Menschen sucht, die sich bis Oktober auf einen 10-Kilometer-Lauf vorbereiten. Was es damit genau auf sich hat, erfahrt ihr auf der Kampagnenseite und in den nächsten Wochen auch hier bei mir im Blog. Denn meine Bewerbung auf diese Aktion wurde bereits angenommen, ich bin Teil des Teams #HeimlicheSieger. Und ich kann mein Glück kaum fassen!

Jetzt lerne ich laufen – und wieder zu mir und meinem Selbstbewusstsein zurückzufinden. Zumindest wenn ich es schaffe, mich bis Oktober konsequent zu motivieren! Oder mich motivieren zu lassen. Wie genau es ein Profisportler mit der Motivation hält und welche Tipps sich da über die Jahre bewährt haben, weiß Fabian Hambüchen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

In Mannheim haben die ersten Mitglieder des Teams #HeimlicheSieg

Du bist ja jemand, der sich selbst sehr gut zum Training motivieren kann. Wenn es aber jemand so gar nicht schafft, seinen inneren Schweinehund zu überwinden?

Fabian Hambüchen: Das Wichtigste ist, dass man sich etwas aussucht, worauf man auch Lust hat. Über Lust und Freude kann man sich nämlich auch motivieren! Wenn man immer nur das Gefühl hat, dass man sich quälen und überwinden muss, bringt das nichts. Natürlich gehört das mit dazu. Aber bei den meisten Sachen sollte man sich einfach etwas suchen, das einen Spaß macht und wo man sich im Kleinen auch Ziele setzen kann.

Wenn ich gern laufen würde, dann plane ich mir eben mal einen 10-Kilometer-Lauf ein. Oder ich gehe erstmal auf 3 oder 4 Kilometer, es gibt ja unterschiedlichste Veranstaltungen mit verschiedenen Distanzen. Oder ich trainiere auf einen Triathlon oder sowas. Deshalb ist es wichtig, sich etwas zu suchen, wo man sich einen kleinen Traum als Ziel setzen kann und dem dann folgt, egal was kommt.

Kennst du solche Tage überhaupt, an denen du mal keinen Bock auf Training hast?

Fabian Hambüchen: Grundsätzlich ja. Aber dann habe ich gemerkt: Wenn ich in die Halle gehe, ohne groß darüber nachzudenken, kommt die Lust von ganz allein. Beim Machen. Manchmal ist es glaube ich diese Trägheit, die man an manchen Tagen nun mal hat – sei es morgens oder nach einem langen Tag. Aber wenn man dann anfängt – und vor allem das Gefühl danach! – ist einfach das Geilste. Wenn man sich daran orientiert und hochzieht, dann läuft das schon.

Welche Tipps oder auch Tricks hast du für Menschen, die in einem mentalen Tief festhängen und deshalb keinen Sport machen – obwohl genau der sie vielleicht aus diesem Loch herausholen würde?

Fabian Hambüchen: Beim mentalen Tief ist halt die Frage: Woher kommt das? Hängt das mit einer Niederlage zusammen? Dann ist es wichtig, diese Niederlage zu analysieren und zu überlegen, woher das Ganze kam und was die Gründe dafür sind. Wenn es aber einfach nur Stimmungsschwankungen sind, mein Gott. Die hat nun mal jeder Mensch. Da sollte man sich mal selbst an die Nase packen. Bei Dingen, in die man sich gern reinsteigert, muss man auch mal überlegen, ob sich konkret etwas an der Situation ändert, wenn man sich da reinsteigert.

Oftmals sind es aber Dinge, die in der Vergangenheit liegen oder auf die ich keinen Einfluss habe. Da verschwendet man so viel Kraft, dass man sich wirklich mal die Frage stellen muss: In was steigere ich mich da rein? Was mache ich einfach? Warum mache ich das? Dann kommt man wieder auf den Aspekt Freude und Spaß zurück. Man macht ja meistens Sachen in der Arbeit oder auch im Sport, weil man sie gerne macht. Und sich darüber die Motivation zu holen, war für mich immer der Schlüssel zum Erfolg.

Was ist nun deine Motivation, für Bridgestone beim Great-10K-Lauf in Berlin am 14. Oktober mitzulaufen mit meinem Team #HeimlicheSieger?

Fabian Hambüchen: Das Schöne ist: Seit ich meine professionelle Karriere beendet habe, hatte ich keine sportlichen Ziele mehr. Ich war einfach nur ein bisschen Fitness machen, habe gepumpt. Aber jetzt zu sagen: Okay, ich will 10 Kilometer schaffen, obwohl ich noch nie wirklich gelaufen bin. Und dann auch noch in einer Gruppe zusammen, wo man ja auch noch Verantwortung hat gegenüber den anderen!

Das ist jetzt die Motivation, zu sagen: Ja, auch das schaffe ich. Ich bin überhaupt kein Läufer. Als Turner machst du überhaupt keinen Ausdauersport, sondern nur Kraftausdauer und viel auf Schnelligkeit. Deswegen ist es für mich eine riesige Herausforderung – und als Sportler lebst du für Herausforderungen. Ich habe also zugesagt und werde mich da auch richtig quälen müssen.

Und ich mich mit dir, lieber Fabian! Noch werden übrigens Mitstreiter fürs Team gesucht – wer gemeinsam mit mir und Fabian seinen inneren Schweinehund überwinden möchte, kann sich noch bis 16. Mai 2018 hier -> bewerben.


Fabian Hambüchen (Jahrgang 1987) ist sechsfacher Europameister und war ab den Olympischen Spielen 2008 in Peking Deutschlands große Medaillenhoffnung. Damals konnte er Bronze am Reck holen. Vier Jahre später sicherte er sich in London erst Silber, bevor er sich 2016 in Rio de Janeiro seinen größten Traum erfüllte: Er gewann die Goldmedaille am Reck – und das, obwohl er aufgrund einer Verletzung an der Schulter nur eingeschränkt hatte trainineren können. Mit seinem Sieg bei Olympia beendete er seine aktive Profikarriere im Kunstturnen. Er engagiert sich ehrenamtlich in unterschiedlichen Bereichen und ist nach wie vor ein gern gesehener Gast im deutschen Fernsehen – ob das Showteilnehmer oder Sport-Experte. Im Sommer 2018 wird er sein Studium an der Sporthochschule Köln beenden. 

Ich, Nina, Jahrgang 1986 und Gründerin des Blogs „Ich mach dann mal Sport“, bin Zeit meines Lebens verliebt in Wort und Schrift. Jetzt nehme ich euch mit auf meine Suche nach Motivation und meinen Weg zu mehr Fitness.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.