Aquafit hieß früher Wassergymnastik und wurde von jungen Leuten von eher ein wenig belächelt. So auch von mir: Als ich einen Besichtigungstermin mit Fitnessstudio um die Ecke hatte, bot sich mir genau das Bild, das ich erwartet hatte. Ein auf den ersten Blick nicht besonders athletischer Mann turnte auf einem Podest am Pool vor einer Gruppe Renter herum. Haha, dachte ich mir, das ist genau meine Sportart. Und meldete mich zu einer Schnupperstunde an. Was ich dann erlebte, machte mich fassungslos.

So war es, als ich Wassergymnastik ausprobiert habe

Samstagmorgen, 10 Uhr. Ich stelle mit beim Kursleister Tristan Bechmann als Sportanfänger vor und begebe mich mit zwanzig älteren Herrschaften ins Schwimmbecken. Nun befinde ich mich in einer Situation, die ich von außen oft belächelt habe: Laute Musik, ein motivierter Training und jede Menge Rentner machen im Wasser Gymnastik. Soweit das Klischee.

Die Realität ist deutlich härter – und ich mittendrin: Die Kursteilnehmer sind, anders als ich, nicht nur Samstagvormittag im Kurs, sondern auch an allen anderen Tagen der Woche, an denen Aquafit angeboten wird. Ich habe es also mit Profi-Teilnehmern zu tun, die alle Übungen auswendig kennen und genau wissen, wie sie ihre Kräfte einteilen müssen während des Trainings. Anders als ich, die sich erst an die schnellen Bewegungen unter Wasser gewöhnen muss und dabei gewaltig ins Schwitzen gerät.

Nach nur zehn Minuten habe ich einen hochroten Kopf, den ich zur Abkühlung hin und wieder unter Wasser stecken muss. Ich revidiere mein Vorurteil über Wassergymnastik – und auch über den Trainer: Tristan wirkt wirklich nur auf den allerersten Blick etwas massiger. Steht man vor ihm (oder noch besser: fragt man ihn nach seinem Lebenslauf), wird schnell klar: Das sind alles Muskeln. Er ist ein Berg aus Muskeln, zertifizierter Trainer für Kraftsport, Laufsport, Rehasport, Aquafitness und vieles mehr. Er ist ein Tier und verdammt gut, motiviert die Teilnehmer auf eine so schöne Art, dass ich trotz Schmerzen und Anstrengung lächele. Die ganze Zeit.

Welche Vorkenntnisse oder Erfahrung sind nötig?

Keine. Der Kurs wird als Anfängerkurs eingestuft, zu dem man jederzeit dazu stoßen kann. Da es letztlich jeden frei steht, wie ambitioniert er dem Training folgt, lässt sich die körperliche Belastung individuell regeln. Aquafit ist übrigens eine sehr gesunde Sache: Wassersport erhöht die Leistung der Atmungsorgane, regt den Stoffwechsel an und eignet sich hervorragend für Menschen mit Knie- und Gelenkbeschwerden.

Welche Übungen stehen auf dem Programm?

Sehr viele Übungen, die man auch „an Land“ machen könnte, lassen sich ins Wasser übertragen. Dazu gehören etwa der Hampelmann oder auch Boxbewegungen mit den Armen, Hantelübungen oder auch einfaches Knieheben. Führt man diese Übungen unter Wasser aus, dient der Wasserwiderstand quasi als Fitnessgerät.

Bei den Hanteln handelt es sich nicht um übliche Gewichtshandeln, wie man sie aus dem Fitnessstudio oder von zu Hause kennt, sondern um Schaumstoffhanteln unterschiedlicher Größe. Je größer die Hanteln sind, desto mehr Kraft ist nötig, um Bewegungen mit ihnen unter Wasser auszuführen. Anfänger sollten daher erstmal zu den kleineren Hanteln greifen und nicht wie ich gleich zum „mittleren Gewicht“.

Bei der Intensität der Übungen haben mich die mittleren Hanteln recht schnell an meine Grenzen gebracht. Es hätte nur zwei Möglichkeiten gegeben: Die Ausführung der Übungen zu verlangsamen und meinem eigenen Tempo und Befinden anzupassen. Oder einfach kleinere Hanteln zu nehmen. War für mich natürlich beides keine Option. Also habe ich mich einfach quer durch den Pool geschwitzt. Und war somit die einzige Teilnehmerin, die nach 45 Minuten wirklich völlig außer Atem war.

Wie viele Kalorien werden pro Stunde verbrannt?

Workouts im Wasser regen den Stoffwechsel gewaltig an. Wer also denkt, diese Sportart sei nur was für Rentner, der liegt meilenweit daneben. Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten (IFK), stuft Wassergymnastik effektiver ein als Ausdauertraining: In einer Stunde Aqua-Fitness werden bis zu 800 Kalorien verbrannt. Das sind 200 Kalorien mehr als beim Joggen in derselben Zeit.

Die wichtigsten Fragen im Überblick

Ist die Sportart für Sportanfänger geeignet?

Ist die Sportart gut als Ausdauertraining geeignet?

Ist die Sportart gut als Krafttraining geeignet?

Ist die Sportart für Menschen mit Gelenkproblemen geeignet?

Wie abwechslungsreich ist dieser Sport?

Die Kettlebells stehen hier für 0=gar nicht, 1=nicht unbedingt, 2=geht so, 3=einigermaßen, 4=gut, 5=sehr gut.

Ich, Nina, Jahrgang 1986 und Gründerin des Blogs „Ich mach dann mal Sport“, bin Zeit meines Lebens verliebt in Wort und Schrift. Jetzt nehme ich euch mit auf meine Suche nach Motivation und meinen Weg zu mehr Fitness.

2 Kommentare: Ausprobiert: Aquafit Wassergymnastik

  1. Melli Knopp sagt:

    Hahahahahah! Kenn ich gut ging mir genausoo. Aber he das wird schon! Du findest schon noch nach was du suchst und vielleicht gefällt dir schwimmen ja das mag ich inzwischen sehr gern. Geb nicht auf dass ist das wichtigste.

    • Nina-Carissima Schönrock sagt:

      Hi Melli, wie schön, dass du dich wiedererkennst! Das freut mich wirklich sehr. Schwimmen werde ich mit Sicherheit mal ausprobieren. In der Schwangerschaft habe ich das mal versucht, da ist der Funke zwischen mit und der Sportart aber leider nicht übergesprungen. Zweite Chance kommt! 🙂 Deine Nina

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