Pause? Brauche ich nicht. Schließlich kommt früher oder später ohnehin wieder eine Phase, in der ich keine Lust auf Sport habe. So lange meine Freude daran anhält, trainiere ich also lieber mehr als weniger und sammle mir so „Bonusstunden“ an, von denen ich an Schweinehundstagen zehre. Klingt nach einer tollen Idee, doch die Rechnung geht leider nicht auf. Wenn wir uns nämlich eine Regeneration zwischen den Trainingseinheiten gönnen, kann das recht unangenehme Folgen haben.

Training, Pause, Training, Pause, Training, Pause. Würde man sich daran halten, würde man vermutlich ausschließlich von Energie-Pushs leben und sich über die neu gewonnene Aktivität im Leben freuen. Wenn man allerdings dazu neigt, beim Sport gern auch mal zu viel zu machen vor lauter Enthusiasmus – so wie ich – kann sich daraus ein Problem ergeben.

Ich für meinen Teil freue mich, wenn mein Körper nach dem Sport richtig „brennt“. Wenn ich also spüre, dass ich meine Muskeln beansprucht habe. Am liebsten jeden Tag. Manche Leute messen ihren Erfolg daran, wie sehr sie während des Trainings schwitzen – ich messe meinen daran, wie sehr es mir nach meiner Übungseinheit in meinen Armen, Beinen und meinem Bauch zieht. Ein angenehmes Ziehen muss das sein, das mir sagt: „Hey, du hast dich gefordert, aber nicht überfordert, und wirst vermutlich einen leichten, akzeptablen Muskelkater bekommen.“ 50 Shades of Muskelkater quasi.

Regeneration? Brauche ich nicht! Aber der Körper. Dringend.

Halte ich dieses Niveau über mehrere Tage, befriedigt das zwar meinen Anspruch an mich und meinen Fleiß – sorgt aber leider auch dafür, dass ich infolge des Trainings ganz schön platt bin. Meist nicht nur nach den Sport direkt, sondern auch am Tag danach. Und am Tag danach. Kein Problem, denke ich mir, bin ich eben etwas müde, ist ja normal, habe mich ja auch angestrengt. Ein bisschen Training hilft vermutlich, meinen Kreislauf wieder richtig in Schwung zu bringen. Und wenn sich mein Körper erstmal über ein paar Tage hinweg daran gewöhnt hat, dass er wieder etwas leisten muss nach jahrelanger Trainingspause, dann wird das schon mit dem Energieschub.

Falsch gedacht. Irrglaube.

Wer ich Erschöpfungssymptome wie Müdigkeit an den Tag lege, sollte beim etwas kürzer treten und sich mal einen Tag Pause gönnen. Ein solcher Regenerationstag ist enorm wichtig, damit unser Körper zwischen einzelnen Trainingsintervallen genug Zeit zur Erholung findet. Fordern wir unseren Körper nämlich die ganze Zeit hindurch, erhält er keine Zeit, um sich zu verbessern. Gestehen wir ihm diese Ruhephase nicht zu, sondern „übertrainieren“ ihn, verbraucht er nach und nach unsere gesamte Energie. Sind wir jedoch erstmal an dem Punkt angekommen, dass wir nur noch wie ein Schluck Wasser in der Kurve hängen, kann es Wochen dauern, bis wir wieder richtig zu Kräften gekommen sind.

Faul sein ist Pflicht, sonst schießen wir uns ein Eigentor

Gönnen wir uns keine Trainingspausen, wird unsere Leistung sich nicht steigern, sondern sogar abnehmen. Selbiges gilt für unsere Muskeln: Vor lauter Training und Beanspruchung erhalten sie nicht genug Zeit, um sich aufzubauen. Die ganze Liebesmüh ist also mehr oder weniger vergebens.

Ist der Körper erschöpft, kann das jedoch noch weitere Probleme mit sich bringen: Wir werden verletzungsanfälliger und öffnen die Pforten für Infekte und Krankheiten. Wie kann das sein, wo wir doch extra Sport machen, um unser Immunsystem zu stärken? Ganz einfach: Wenn wir unseren Körper nicht mit genügend Vitalstoffen versorgen und ihn zudem in einen ständigen Zustand der Erschöpfung versetzen, hat er gar keine Möglichkeit mehr, sich gestärkt gegen Viren und Bakterien zu wehren. Eigentlich will er nur noch schlafen, egal wie und egal um welchen Preis. Wir haben unseren Körper schlichtweg überfordert.

Wer Pausen macht, erspart seinem Körper jede Menge Stress

Aus diesem Grund sind Tage für die Regeneration zwischen einzelnen Trainings wichtig. Das muss ich mir selbst immer wieder sagen, weil ich eigentlich die Angewohnheit habe, Montag bis Donnerstag durchzupowern und mich dann am Freitag bis Sonntag mehr oder weniger ins Sportkoma zu begeben. Angesichts dessen, dass solch intensives Training für den Körper mehr Stress als Wohltat darstellt, werde ich versuchen, meinen Trainingsplan entsprechend anzupassen.

Statt Cardio – Kraft – Cardio – Kraft – Pause – Pause versuche ich vielleicht einfach mal, die Tage der Regeneration mit entspannenderen Sportarten abzufedern. Cardio – Yoga – Kraft – Qigong – Cardio oder so. Trotz allem ambitionierten Engagement möchte ich mit dem Training schließlich meine Gesundheit verbessern und nicht ruinieren.

Ich, Nina, Jahrgang 1986 und Gründerin des Blogs „Ich mach dann mal Sport“, bin Zeit meines Lebens verliebt in Wort und Schrift. Jetzt nehme ich euch mit auf meine Suche nach Motivation und meinen Weg zu mehr Fitness.

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