Ist Kaffee denn nun gesund oder schädlich? Ein Überblick über die Fakten

Kaffee Ist Kaffee denn nun gesund? Ich habe mir die beliebsten Trinkvarianten mal genauer angeschaut. ©Nina-Carissima Schönrock/ichmachdannmalsport.de

Kaffee gehört für mich zum Tag dazu wie Zähneputzen und Kleidung am Körper. Ich bin davon überzeugt, dass das dunkle Gebräu mein Leben besser macht. Aber stimmt das wirklich? Hunderte von Studien haben sich mit der Wirkung von Kaffee auf die Gesundheit beschäftigt. Zeit für einen Überblick über die daraus gewonnenen Erkenntnisse!

Ich liebe Kaffee. Ich würde soweit gehen, dass Kaffee mein mit Abstand bester Freund ist. Er hilft mir morgens aus dem Bett und sorgt dafür, dass sich meine schlafmangelbedingte Patzigkeit in nichts auflöst. Außerdem sorgt er für soziales Zusammensein und ersetzt gleichzeitig beinahe jeden Arbeitskollegen.

In den vergangenen Jahren wurde Kaffee zu einem festen Bestandteil meines Lebens. Ich persönlich freue mich über meinen treuen, warmherzigen Begleiter. Doch seine schwarze Seele konfrontierte mich leider auch schon oft mit seinen negativen Seiten: Magenbeschwerden, Entzugsescheinungen, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Schlaflosigkeit.

Wie gesund ist Kaffee denn nun wirklich?

Seit langem stelle ich mir deshalb die Frage: Wie gesund oder schädlich ist Kaffee denn nun? Die Studienlage zum braunen Lieblingsgebräu ist recht vielseitig. Hunderte von Studien zu diesem Thema wurden mittlerweile veröffentlicht. Die wichtigsten Fakten, Pros und Contras wollte ich aber mal klar verständlich zusammengefasst wissen.

Wer täglich zwischen drei und vier Tassen Kaffee trinkt, lebt laut „British Medical Journal“ (2018) am gesündesten. Allerdings können es auch fünf oder sogar 25 Tassen Kaffee sein, ohne dass es sich negativer aus den Körper auswirkt als eine einzige Tasse. Das zumindest belegt eine neue Studie der Queen Mary Univerrsity of London (QMUL) in Zusammenarbeit mit der British Heart Foundation (BHF), die im Juni 2019 auf der British Cardiovascular Society Konferenz in Manchester vorgestellt wurde.

Kaffee und die darin enthaltenen Wirkstoffe bremsen offenbar den Alterungsprozess des Körpers, reduzieren das Krebsrisiko und wirken entzündungshemmend. Das zumindest sind die Erkenntnisse eines Forscherteams unter der Leitung von Dr. Robin Poole von der University of Southampton.

Kaffee bringt mehr gesundheitliche Vorteile als Risiken mit sich

Tatsächlich konnte bei einer Auswertung von mehr als 200 Studien und Fachveröffentlichungen nachgewiesen werden, dass der angegebene Kaffeekonsum sich positiv bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, koronarer Herzkrankheit, Demenz, Diabetes und Schlaganfällen auswirkt. Die Sterblichkeitsrate bei diesen Krankheiten sank bei Vieltrinkern deutlich im Vergleich zu Nichtkaffeetrinkern. Das galt sowohl für Männer als auch für Frauen.

Wer mehr als drei Tassen Kaffee am Tag trinkt senkt der Auswertung des „British Medical Journal“ zufolge außerdem das Risiko an Lungenkrebs, Prostatakrebs, Mundkrebs, Leukämie oder auch Hautkrebs zu sterben. Ein signifikanter Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Erkrankungen des Magens, der Eierstöcke, der Schilddrüse, der Brust, der Speiseröhre oder auch der Bauchspeicheldrüse konnte nicht nachgewiesen werden.

Jedes Studienergebnis ist nur so gut wie die Zubereitung des Kaffees selbst

Das klingt erstmal alles recht eindeutig. Leider lassen sich die Studienergebnisse nicht blind auf die Menschheit anwenden. Denn ob Kaffee bzw. wichtige Wirkstoffe seiner Biochemie wie etwa Koffein und Chlorogensäure tatsächlich so wirkt, wie Studien behaupten, hängt von zwei grundlegenden Faktoren ab: Der Kaffeezubereitung und dem Menschen, der das Heißgetränk zu sich nimmt.

Der chemische Prozess von der Kaffeebohne über den richtigen Röstgrad, die korrekte Einstellung der Kaffeemühle und der weiteren Zubereitung des Gebräus spielt nämlich eine ebenso große Rolle bei der therapeutischen Wirkung wie der Genotyp und die Darmkulturen der Person, die es trinkt. Wird Kaffee mit raffiniertem Zucker oder auch ungesunden Fetten konsumiert, kann dies „unabhängig voneinander zu negativen gesundheitlichen Folgen beitragen“, fügt Eliseo Guallar von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health den Erkenntnissen des „British Medical Journal“ hinzu.

Kaffee kann aber durchaus aus schädlich sein

Bedenkliche Ergebnisse durch Kaffee konnten bei Frauen in der Schwangerschaft festgestellt werden: Die Studien ergaben einen möglichen Zusammenhang zwischen sehr hohem Kaffeekonsum und Fehlgeburten bzw. Missbildungen des Kindes. Auch Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko wird aus gesundheitlichen Gründen vom Verzehr abgeraten.

Im Jahr 2004 konnten Forscher in einer Studie nachweisen, dass ein sehr hoher Koffeinkonsum zu abhängig machen kann. Wer mehr als 200 Milligramm Koffein am Tag zu sich nimmt, muss mit Entzugserscheinungen rechnen. Neben Kopfschmerzen und Müdigkeit kann es außerdem zu Übelkeit, Muskelschmerzen und grippeähnlichen Beschwerden kommen.

Auch die Wirkung von Koffein auf unseren Hormonhaushalt ist gravierend. So regt es unter anderem die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin und des Hormons Cholecystokinin an, das wiederum für die Produktion von Gallensaft verantwortlich ist.

 


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