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Ich bin die Meisterin der Sport-Ausreden. Da kommt es mir wie gelegen, wenn draußen mal nicht die Sonne scheint, sondern sich Wolken am Himmel zusammenbrauen. Regen, ja, eine tolle Sache. Dann kann ich nämlich auf keinen Fall spazieren gehen. Geschweige denn joggen. Ich betrüge mich selbst so lange, bis ihr mir einen Riegel vorschiebt. Ja, richtig gelesen! Auf meine Postings bei Instagram und Facebook zum Thema „Sport bei schlechtem Wetter“ habt ihr mir eure Trainingstipps und Lieblings-Workouts verraten. Das hat bei mir nicht nur schwer Eindruck hinterlassen, sondern mich auch herausgefordert. Deshalb habe ich eure Tipps in Sachen Training für zu Hause noch mal zusammengefasst.

Bauch-Peine-Po mit Sophia Thiel bei YouTube

„Habe ich gestern gemacht … kann heute kaum mehr laufen!“, schreibt mir Leserin Dascha Dascha auf meiner Facebook-Seite. Das klingt nach einer Drohung, aber auch nach einem Versprechen. Also mache ich mich dran und schau mir das entsprechende Workout-Video von Sophia Thiel an. 20 Minuten Training sollen ausreichen, danach bin ich angeblich platt wie eine Flunder. Das angeblich könnt ihr an dieser Stelle streichen. Nach 10 Minuten lag ich tot am Boden.

Doch von Anfang an: Sophia schafft es, mich da abzuholen, wo ich bin – nämlich in meinem Wohnzimmer. Laut Frau Thiel brauchen wir für ihr Workout nichts anderes als uns selbst, eine Matte und genug zu trinken. Das kommt mir sehr entgegen. Ebenso übrigens auch Sophias Art: Sie erklärt die Übungen sehr verständlich und wirkt, trotz aller Professionalität, für mich greifbar. Ich traue mir also zu, ihrem Workout zu folgen, und halte mich nicht für bewegungsdebil, nur weil ich Anfänger bin. Auch Sophia schnauft und schwitzt. Ich fühle mich abgeholt und aufgehoben. Hier das Video für euch, mit dem ich mich selbst zerstört habe:

HIIT: Training für zu Hause

„HIIT geht auch drinnen und auf kleinem Raum. Einfach überall. Und ein bisschen Kraft und Stabiltraining zwischendurch ist nie verkehrt!“, schreibt mir Susanne Purper unter einen Post in meinem Instagram-Kanal und hat vermutlich recht. Also bemühe ich direkt Google, um herauszufinden, was HIIT überhaupt ist. HIIT bedeutet: Hochintensives Intervalltraining. Darauf setzen zum Beispiel Bewegungen wie Freeletics.

Für Liegestütz bin ich leider nicht zu gebrauchen, deshalb war mein Ethusiasmus beizeiten erschöpft. Trotzdem habe ich mich durch 20 Minuten YouTube gequält. Ich muss ja schließlich mitreden können, bevor ich mich für oder gegen eine Sportart entscheide. Folgendes Video hat mir anfangs das Gefühl gegeben, ich hätte eine Chance. Irgendwann war ich aber so fasziniert davon, dass die beiden Trainer während ihrer Übungen immer noch so viel reden können – und vom Hund! -, dass ich einfach nur noch zugeschaut habe. Statt mitzumachen. Für Sportanfänger fand ich es fast etwas zu krass. In ein paar Wochen werde ich genau diese Übungen aber noch mal ausprobieren. Allein schon weil ich wissen will, ob ich Fortschritte in Sachen Bewegung gemacht habe!

Wohnzimmer-Workout ohne Geräte

Katja Petri hat mir den YouTube-Kanal von Gabi Fastner empfohlen. Gabi ist staatlich geprüfte Gymnastiklehrerin und eine gänzlich unaufgeregte Person. Das mag ich. Also habe ich mir das Video mit dem Workout fürs Wohnzimmer angeschaut – und mitgemacht natürlich. Ihr Ansatz ist modernes Rücken- und Gesundheitstraining. Hervorragend also auch für Leute wie mich geeignet, deren Hauptaktivität am Tag darin besteht, mit dem Bürostuhl nach vorne und hinten zu wippen.

30 Minuten dauert das Ganzkörpertraining, für das ich nichts weiter als mich selbst und eine Matte brauche. Die Übungen sehen an Gabi unfassbar einfach aus, ihre beruhigende Art und direkte Ansprache sorgen dafür, dass ich nicht abschalte. Nicht, weil ich so fürchterlich gefesselt bin vom Workout, sondern weil es sich so anfühlt, als würde ich einen Face-to-Face-Kurs bei ihr besuchen und ich sie persönlich enttäuschen, wenn ich nicht bis zum Schluss mitmache. Liebe Gabi, verzeih mir bitte, dass ich bei den fiesen Beinübungen ab Minute 6:45 mal eine längere Trinkpause eingelegt habe. Es lag auf keinen Fall an dir. Ich hatte nur schrecklich … Durst. Und Schmerzen. Zugegeben.

Mit Blogilates zum persönlichen Ziel

Tanja Hagendorfer setzt auf „Blogilates„. Das ist eine Fitness-Website, auf der man so ziemlich alles findet, was man in Sachen Training überhaupt suchen kann. Gut gefällt mir, dass ich in der Suche quasi anklicken kann, welche Körperregionen ich überhaupt trainieren möchte. Zu dieser Suche werden mir dann die passenden Videos angezeigt. Das Schöne: Es finden sich hier wirklich viele Clips mit unterschiedlichsten Übungen für einfach jede Laune und Vorliebe.

Tatsächlich kam ich noch nicht dazu, mir eines der Videos auch wirklich anzuschauen, weil ich viel zu fasziniert davon war, für welche Anlässe man überhaupt Workouts anbieten kann. „Pup Pilates: Wie du zu Hause mit seinem Hund trainieren kannst“, „Braut-Hintern-Lift-Workout“ oder auch das „Super lustige Broadway-Cardio-Tanz-Workout“ gibt’s da. Ich bin total fasziniert. Hinter dem Ganzen steckt übrigens Fitness-Guru Cassey Ho. Sie ist ein gern gesehener Gast in US-Talkshows und gut gebuchte Trainerin für ungefähr alles. Sie hat’s also durchaus drauf – und damit meine ich nicht nur ihr Selbstmarketing. Wer mal reinschauen möchte in eines meiner persönlichen Highlights, bitteschön:

Jillian Michaels macht mich in 30 Tagen schlank

Genial: Als ich ein Workout-Video von Fitness-Queen Jillian Michaels anklicke, wird mir erstmal Werbung für Eiscreme ausgespielt. Soll das die Belohnungsmotivation sein, wenn man das Training für zu Hause absolviert hat? Ich lasse es darauf ankommen und entscheide mich für eines der wenigen Videos bei YouTube, die keine Gebrauchsanleitung für ihre Sport-App ist, sondern wirklich Training. Da das 30-Tage-schlank-Programm einem Buch entspringt, mit dem Frau Michaels ja durchaus gut Geld verdient, finden sich die Übungen nämlich leider nur bedingt im Internet.

„Du wirst sie hassen und lieben“, schrieb mir meine Kollegin Fabienne Rzitki bei Facebook und damit ist mein Interesse geweckt. Was ich jedoch schnell merke: Die US-Expertin ist eine knallharte Sau und ich ihren Anforderungen leider noch nicht gewachsen. Das hätte mir klar sein müssen, als sie im folgenden Training sagt: „Es ist das härteste Workout, das ich je auf Band aufgenommen habe.“

Schattenboxen gegen imaginäre Gegner – und mich selbst

Und endlich weiß ich auch, worauf Männer setzen: Ludwig Gengnagl empfiehlt mir Schattenboxen als Training für zu Hause. „Sieht saublöd aus, ist aber effektiv und daheim beobachtet dich auch niemand“, schreibt er. Also suche ich mir das passende YouTube-Tutorial dazu raus. Der Herr von Kim’s Gym bei YouTube hat sich überlegt, dass er zwischen seine Schattenbox-Einheiten noch ein paar kleine Bauchübungen legt. Das sieht vielversprechend aus.

Den ersten 3-Minuten-Slot mache ich mit. Auf Boxen hatte ich nämlich schon immer Lust. Und manchmal, wenn es hart auf hart kommt, hänge ich den Boxsack des Hausherrn auf und mache einen auf Rocky. Sieht klasse aus, könnt ihr mir glauben. Nach Kims Schattenboxen-Kurz-Workout werde ich übermütig und klicke mich weiter. Ich lande bei Arthur Abraham und will wissen, wie der das macht, wenn er ohne Gegner boxt. Mit Arthur hatte ich mal ein nettes Interview, als er vor Jahren in der Jury der Miss-Germany-Wahl saß. Er kennt sich aus mit jungen Frauen, die gern Sport machen (möchten).


Nach ein paar Minuten schalte ich sein Trainingsvideo allerdings wieder aus. Es liegt nicht an ihm. Es liegt an mir. Genauer gesagt liege ich. Flach. Auf dem Boden. Schwer atmend. Nach der sechsten Runde Training für zu Hause gehe ich k.o. – und das ist auch in Ordnung. Ja, ich weiß, ich hätte ja nicht alles am selben Tag ausprobieren müssen. Wollte aber reinschnuppern.

Mein Fazit für das Training für zu Hause

Was ich gelernt habe? Wie unterschiedlich Wünsche und Bedürfnisse jedes Einzelnen sind, wenn es um die eigene Fitness geht. Der eine sucht sich ein Trainingsprogramm, in dem er sich geborgen fühlt, der andere will knallhart an seine Grenzen gehen. Manch einer steht total auf Klassiker und Standard-Übungen, ein anderer blüht auf, wenn er regelmäßig Abwechslung erfährt.

Ich für meinen Teil werde an Regentagen und vermeintlichen Sportmuffelabenden Frau Thiel und Frau Fastner zu mir ins Wohnzimmer einladen. Beide treffen meinen Geschmack – zumindest im Moment (noch) – am besten. Die Übungen sind machbar, aber dennoch fordernd. Ich schwitze, sterbe aber nicht. Der erste Schritt zu mehr Bewegung ist jedenfalls getan.

Wenn ihr noch weitere Vorschläge habt, mit wem oder was oder wie ich als Sportanfänger mein Training für zu Hause außerdem gestalten kann: Immer her damit! Schreibt eure Tipps gern als Kommentar unter diesen Beitrag. Ich – und sicherlich auch viele andere Menschen da draußen – bedanken sich herzlichst.

©dasfotostudio.de/Margot Schönrock-Kimmich

Ich, Nina, Jahrgang 1986 und Gründerin des Blogs „Ich mach dann mal Sport“, bin Zeit meines Lebens verliebt in Wort und Schrift. Jetzt nehme ich euch mit auf meine Suche nach Motivation und meinen Weg zu mehr Fitness.

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