Gleichgewicht trainieren - aber richtig: Mit diesem Balanceboard geht's

Gleichgewicht trainieren, Balance Board, Nina-Carissima Schönrock Gleichgewicht trainieren klingt erstmal easy, war für mich aber eine knallharte Challenge. Aber es ging! Balanceboard sei Dank. ©Nina-Carissima Schönrock / ichmachdannmalsport.de

Balance und ich – das ist eine höchst aufregende Kombination. Denn ich besitze schlichtweg keinen Gleichgewichtssinn. Davon haben die Hersteller des Wonkyboard erfahren und mir ein Exemplar zum Testen überlassen*. Ich sollte damit mein Gleichgewicht trainieren. Drei Monate später möchte ich euch gern in meinem Erfahrungsbericht erzählen, was das Training mit dem Balance-Brett mit meiner Koordinationsfähigkeit gemacht hat.

Mein Leben vor dem Wonkyboard: ein Balanceakt

Wisst ihr, warum ich nicht gern Fahrrad fahre? Nein? Dann lest mal rein in meinen höchst emotionalen Bericht zum Thema Fahrradtrauma aus Kindheitstagen. Einer der Gründe für meine Angst vor dem Leben auf der Straße ist, dass ich über keinerlei Gleichgewichtsgespür verfüge. Für diese Feststellung bedarf es nicht mal unbedingt ein Fahrrad. Manchmal kippe ich einfach aus dem Stand um, ohne ersichtlichen Grund. Eine Krankheit ist das nicht, das habe ich bereits abklären lassen. Laut meines Hausarztes bin ich schlichtweg aus der Balance.

Ein solcher Mangel an Körperbalance bringt einige Nachteile mit sich. Vor allem dann, wenn man gern einige neue Sportarten ausprobieren möchte. Denn für einige Sportarten ist es schlichtweg Bedingung, dass man sich grundsätzlich über eine längere Zeit hinweg auf beiden Beinen halten kann, während sich der Untergrund bewegt. Beim Surfen etwa oder auch beim Snowboarden.

Gleichgewicht trainieren: Ein Brett auf einer Rolle soll’s richten

Regelmäßiges Gleichgewichtstraining stärkt die Muskeln, Sehnen und Bänder und schärft die Sinne. Die Gelenke werden stabilisiert und Schmerzen im Rücken wird durch das Training entgegengewirkt. Natürlich habe ich dem Test eines solchen Balanceboards sofort zugesagt!

Zwei Übungsszenarien haben sich mir aufgetan: Das Szenario „Während der Schwangerschaft“ und die Übungszeit „Nach der Schwangerschaft“. Szenario 1 werde ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen, weil es schlichtweg nichts gebracht hat, in dieser Zeit aufs Wonkyboard zu stehen. Nicht, weil das Brett sich nicht für Übungen in dieser Zeit geeignet hätte, sondern weil ich mit quasi zwei Personen auf dem Board ganz einfach balancetechnisch überfordert war.

Meine heiße Trainingsphase begann also nach der Schwangerschaft. Und hierfür ist das Balancetraining sogar richtig gut geeignet! Ich sage nur: Rückbildung für den Beckenboden und Stabilisierung der Körpermitte. Das geht mit dem Wonkyboard super. Wenngleich meine Übungen zu diesem Zeitpunkt daraus bestanden, dass ich versucht habe, mich überhaupt auf dem Brett zu halten. Nach einigen Wochen dann der große Erfolg: Ich kann endlich sicher auf dem Brett stehen, ohne dass ich das Gleichgewicht verliere.

Wonkyboard, Balance-Training

Ein Blick unter das Wonkyboard verrät, wie das Ganze aufgebaut ist und funktioniert. ©Nina-Carissima Schönrock/ichmachdannmalsport.de

So funktioniert das Balanceboard

Nachdem ich raus habe, wie ich mich auf dem Brett halten kann, geht das Training eigentlich erst richtig los. Nun kann ich mit dem Wippen anfangen und so mein Gleichgewicht trainineren. Wippen bedeutet in diesem Fall: Nacheinander das linke und das rechte Bein dosiert belasten. Über die Standfläche oder durch das Kippen der Rolle über die Kante kann ich mich drehen. Mit dem Kopf und den Schultern steuere ich die Richtung. Drehe ich beides in eine bestimmte Richtung, dreht sich das Board fast von alleine mit. Soweit die Grundlagen.

Doch das ist noch nicht alles: Erfinder Tomas Mannebach hat sich ein ganzes Trainingsprogramm fürs Wonkyboard ausgedacht. Die Fitnessübungen umfassen dabei Kniebeugen, Liegestütz mit den Händen oder Füßen auf dem Brett und auch Rückenübungen. Die Übungen selbst kennen wir alle, doch die Ausführung auf oder zumindest mit dem Brett heben sie auf ein neues Level.

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Das sind einige Übungsbeispiele mitt dem Wonkyboard. ©Wonkyboard

Mein Fazit nach drei Monaten Training

Ich halte mich nach nun beinahe drei Monaten Training noch immer an die Empfehlung, für den Anfang einen Partner zu Hilfe zu nehmen, an dem man sich festhalten kann. Natürlich gibt es auch sinnvollere Partnerübungen für das Wonkyboard, doch da taste ich mich erst langsam heran. Ich für meinen Teil bin recht stolz darauf, was das Training bei mir bewirkt hat: Meine Körperspannung ist eine völlig andere als vor dem Training und ich habe das Gefühl, dass sich nicht nur mein Gleichgewichtssinn verbessert hat.

Nach anfänglichen Muskelkatertagen hat sich die Tiefenmuskulatur in meinen Beinen auch ans Balancieren gewöhnt und zeigt sich deutlich ausdauernder als noch zu Beginn. So würde ich also behaupten, man kann mit dem Brett nicht nur das Gleichgewicht trainieren, sondern auch die Beinmuskulatur stärken. Soll der nächste Wandsitz doch kommen, der kann mir gar nichts mehr anhaben!

Mein Mann ist übrigens ebenfalls Feuer und Flamme für das Brett. Warum? Weil er Sportarten, bei denen man auf einem Brett steht, bislang immer gemieden hatte. Nach einigen Trainingsversuchen im heimischen Wohnzimmer war er allerdings angefixt. Er wollte das Balancetraining nach einigen Wochen „in der Praxis“ anwenden und beschloss kurzerhand, unter die Surfer zu gehen. Nun steht er sonntags in der Früh mit seinem Surfbrett auf der Welle im Münchner Eisbach und übt täglich abends brav auf dem Wonkyboard. Ihr seht: Der Trainingserfolg ist lediglich eine Frage der Zeit, Lust und Übungsbereitschaft. Das hat auch die dreijährige Tochter erkannt und übt nun ebenfalls fleißig „surfen wie der Papa“.

Wonkyboard, Balance-Training

Schon nach wenigen Wochen Üben kann ich mich recht gut auf dem Wonkyboard halten! ©Nina-Carissima Schönrock/ichmachdannmalsport.de

Wonkyboard: Tipps für Anfänger

  1. Stellt das Brett für den Anfang so, dass ihr euch mit den Händen an einer Wand abstützen könnt. Alternativ könnt ihr auch einen Partner bitten, euch zu Beginn als Stütze zu dienen.
  2. Schaut nicht auf das Brett, sondern nach vorne! Das gibt euch ein besseres Balancegefühl und einen festeren Stand.
  3. Beim Stand auf dem Brett solltet ihr die Beine leicht gebeugt und die Arme nach vorne hängen lassen.

Die Fakten zum Balanceboard

Wer sein Gleichgewicht trainieren möchte, findet im Wonkyboard einen kleinen, feinen und Platz sparenden Helfer. Brett und Rolle sind aus Holz gearbeitet und dennoch so leicht gefertigt, dass man das Board auch gut einpacken und mal mit in den Park nehmen kann für ein Outdoor-Training. Damit das Balanceboard richtig rund laufen kann, empfehle ich die Trainingsmatte des Herstellers dazu. Die schont nicht nur den Boden, sondern auch die Rolle und bietet die nötige Griffigkeit, die das Brett fürs Training benötigt.

Je nachdem, wie erfahren man in Sachen Balancetraining ist, gibt es übrigens unterschiedliche Modelle des Wonkyboards. Das Rider-Board und das Skate-Board eignen sich besonders gut für Skater und Snowboarder. Mit ihnen lassen sich genau die Skills trainieren, die Sportler dieser Sportarten brauchen. Das Allround-Board ist aufgrund seiner Drehfreudigkeit ideal für Surfer geeignet. Das Fun-Board ist eher für Anfänger und Fitnessfreunde geeignet, weshalb ich mich für meinen Test für dieses Brett entschieden hatte. Preislich liegen die Wonkyboards zwischen 139,- und 149,- Euro, die rutschfeste Matte als Unterlage kostet noch mal 25,- Euro extra.

 

*Vielen Dank an Wonkyboard, dass ich das Balanceboard testen durfte! Bei diesem „Ausprobiert“ handelt es sich um eine Kooperation. Mehr Infos dazu, wann und warum ich ein Produkt teste, gibt’s in meinem Blogbeitrag zum Thema Transparenz.


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