Nahrungsmittelunverträglichkeit testen: So geht der Bluttest für zu Hause

Nahrungsmittelunverträglichkeit testen Mit den Bluttests von Lykon kann man sich selbst auf Nahrungsmittelunverträglichkeit testen. Ich habe das ausprobiert. ©Nina-Carissima Schönrock/ichmachdannmalsport.de

Mein Stoffwechsel und ich führen eine recht wechselhafte Beziehung. Ich bin davon überzeugt, dass ich manche Lebenmittel schlichtweg nicht so gut vertrage wie andere. Doch meine Theorie benötigt noch handfeste Beweise. Deshalb möchte ich mich auf Nahrungsmittelunverträglichkeit testen. Dafür muss ich angeblich nicht mal mehr zum Arzt, sondern kann auch zu Hause einen entsprechenden Bluttest machen. Wie ein solcher IgG-Test genau funktioniert, zeige ich euch.

Zeig mir dein Blut und ich sag dir, was du essen sollst

Der Magen schimpft, der Bauch bläht, die Verdauung spielt verrückt, der ganze Körper fühlt sich müde und erschöpft, der Stoffwechsel stockt und damit auch die Fettverbrennung. Mindestens einen dieser Punkte kennt jeder von uns. Auch ich! Und nicht nur einen davon. Jahrelang beobachte ich nun schon skeptisch meine Reaktion auf Essen. Eine wirkliche Erklärung dafür, warum mir manches Essen fürchterlich auf den Magen schlägt oder anderes nicht, habe ich jedoch nie gefunden. Zumindest keine, die von der Krankenkasse als „Krankheit“ eingestuft werden würde.

Einen Allergietest habe ich beim Arzt meines Vertrauens bereits gemacht, jedoch ohne relevantes Ergebnis. Es war also klar, dass ich hellhörig reagiere, wenn jemand behauptet: Ich teste dein Blut und kann dir danach sagen, welche Lebensmittel du gut verträgst und auf welche Lebensmittel du lieber verzichten solltest. Mit sogenannten IgG-Tests kann man sich angeblich auf Nahrungsmittelunverträglich testen. (Ob das tatsächlich sinnvoll ist und was Experten zu diesem Thema sagen, klammere ich an dieser Stelle erstmal noch DEUTLICH aus, da es in diesem Beitrag ausschließlich um den Ablauf eines solchen Tests gehen soll. Dazu schreibe ich euch einen separaten Blogbeitrag! Und der wird es in sich haben, das kann ich euch sagen.)

Nahrungsmittelunverträglichkeit testen – aber wie?

Doch wie läuft ein solcher Test überhaupt ab? Ich habe mich für euch im wahrsten Sinne des Wortes „geopfert“ und es ausprobiert. Der myNutrition 100 soll mir Aufschluss darüber geben, welche Lebensmittel ich gut vertrage und somit gut verstoffwechseln kann und welche nicht. Getestet wird das Blut auf insgesamt 100 Lebensmittel. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Allergietest, sondern einen Bluttest, mit dem man seine Nahrungsmittelunverträglichkeit testen kann.

Das Besondere an diesem Test: Man muss nicht extra lange auf einen Termin bei einem Arzt oder Labor warten, sondern kann den Test in Eigenregie zu Hause durchführen. Zwar kann man bei Lykon unterschiedlichste Bluttests für unterschiedlichste Belange erwerben, vom Prinzip her ähneln sie sich aber alle: Man schickt eine Blutprobe ins Labor von Lykon und erhält daraufhin eine Auswertung der Ergebnisse. Aus diesen Ergebnissen leitet Lykon je nach Test-„Thema“ Empfehlungen für den Getesteten ab.

Schritt für Schritt: So funktioniert der IgG-Test

Tadaaa, da ist der, der Bluttest für zu Hause. Hübsche Verpackung. Die edle Hülle erweckt den Eindruck, dass es sich bei dem Produkt um etwas Hochwertiges, Vertrauenswürdiges handelt. Dieses Kompliment geht eindeutig an das Produktdesign und die Marketingabteilung. Doch wie funktioniert denn nun ein solcher IgG-Test?

©Nina-Carissima Schönrock/ichmachdannmalsport.de

Während ich den Test auspacke, kann ich euch schon mal erzählen, wie ihr euch richtig auf den Bluttest vorbereitet: Ihr müsst den Test nüchtern machen. Heißt: Ihr dürft 12 Stunden vor dem Test nichts mehr gegessen haben. Wasser trinken geht. Außerdem müsst ihr den Test für valide Ergebnisse noch am selben Tag ins Labor schicken. Stellt also sicher, dass eure Postfiliale geöffnet hat (ein Einwurf des Umschlags in einen Briefkasten wird nicht empfohlen, da so nicht garantiert werden kann, dass der Brief sich noch am selben Tag auf den Weg macht).

Lege dir auf der Website von Lykon ein Benutzerkonto an und verknüofe dieses mit der 16-stelligen Test-ID auf der Rückseite der Code-Karte, die sich in der Box befindet. So kann deine Blutprobe deinem Benutzerkonto zugeordnet werden und du hast später online Einsicht in die Ergebnisse. Nun nimm dir etwas Zeit (rund 30 Minuten) und halte dich Schritt für Schritt an die Anleitung.

©Nina-Carissima Schönrock/ichmachdannmalsport.de

Die ausführliche Anleitung findet ihr ebenfalls in der Box. Lest sie euch am besten einmal gründlich durch und legt sie dann neben euch. Für den Fall der Fälle.

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In der Box findet ihr: Die Anleitung, vier Tupfer, vier Pflaster, eine Lanzette zum Pieksen (und drei Ersatz-Lanzetten, hier nicht im Bild), vier Alkoholtupfer zum Desinfizieren. Außerdem ein Röhrchen für das Blut, ein Transportröhrchen und eine Codekarte, auf der sich Sticker mit eurem Identifikationscode befinden. So kann euch eure Blutprobe korrekt zugeordnet werden vom Labor.

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In der Box selbst gibt’s übrigens auch ein Loch, das als Halterung für das Röhrchen dienen soll. Den Rest aus der Box legt ihr euch bitte greifbar bereit.

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Bevor ihr mit der Blutabnahme startet, legt ihr eure nicht-dominante Hand (denn eure „gute“ Hand braucht ihr ja für die Ausführung des Tests) für rund zwei Minuten in einen Behälter mit warmem Wasser. Das fördert die Durchblutung, wodurch ein besserer Blutfluss gewährleistet sein soll. Wichtig: Die ganze Hand sollte unter Wasser sein.

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Mit einem Tupfer desinfiziert ihr nun den Ringfinger eurer aufgewärmten Hand. Danach bitte zehn Sekunden trocknen lassen.

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Entfernt dann die Kappe einer Lanzette. Legt eure Hand mit dem Handrücken auf einer festen Oberfläche ab und piekst mit der Lanzette in eure Ringfingerspitze. Die genaue Stelle ist detailliert in der Anleitung beschrieben.

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Haltet euren Finger über das Röhrchen für die Blutprobe. Eine leichte Massage der Hand von der Handfläche hin zur Ringfingerkuppe sorgt dafür, dass das Blut gut fließt und sich die Tropfen brav im Röhrchen einfinden, wo sie hingehören.

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Es kommt nicht so viel Blut wie erhofft? Dann wechsle den Finger. Bei meinem Ringfinger war Flaute.

 

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Ich habe das Prozedere also noch mal am Mittelfinger wiederholt. Dann lief’s. Das Blut. Nach der Blutabnahme brav Pflaster aufkleben und gut ist.

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Auf dem Röhrchen befindet sich eine Markierungslinie. Bis zu dieser Linie muss der Behälter mit Blut gefüllt werden. Keine Sorge, es sieht nach mehr aus als es ist.

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Juchu! Geschafft. Das Röhrchen ist gefüllt. Nun muss es noch ordentlich für den Transport vorbereitet werden.

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Damit die Blutprobe dem richtigen Benutzerkonto zugeordnet werden kann, muss die Blutprobe mit einem der Identifikationscode-Sticker beklebt werden. Ein Sticker genügt für das Röhrchen.

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Ein weiterer Sticker kommt auf das Transportröhrchen.

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Sind beide Röhrchen korrekt markiert, sind sie bereit für den Transport ins Labor.

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Hierfür bitte das Röhrchen mit der Blutprobe in das Transportröhrchen stecken. Das weiße Vlies darin muss da übrigens drinbleiben. Nicht rausholen.

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Das befüllte Transportrröhrchen kommt dann in den beiliegenden Umschlag. Diesen korrekt verschließen, damit nichts verloren geht.

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Erledigt! Alles, was das Labor benötigt, ist im Umschlag. Dieser ist bereits frankiert, deshalb kann er direkt auf die Post. Und genau dort sollte er wirklich unbedingt noch am selben Tag landen, damit die Blutprobe noch frisch genug für die Auswertung im Labor ankommt.

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Fertig!

So einfach kann man sich also selbst daheim auf eine mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeit testen. Insofern das tatsächlich funktioniert! Wie seriös die Ergebnisse sind, die ein solcher Test ergibt, ist nämlich seit Jahren umstritten.

Meine Testergebnisse

Bereits am zweiten Tag nach dem Test liegen mir meine Ergebnisse digital vor. Diesen zufolge sollte ich nie wieder Bananen essen und wenn möglich nur noch maximal einmal in der Woche Hirse, Milchprodukte und Knoblauch. Dass ich zu diesem Zeitpunkt jeden Morgen einen Joghurt mit Bananen frühstücke, ist übrigens kein Zufall, sondern beeinflusst das Ergebnis des Tests gravierend. Eine genaue Erklärung verlinke ich euch an dieser Stelle, sobald ich den Hintergrundartikel zu diesem Text fertig habe. Versprochen.

Nahrungsmittelunverträglichkeit testen: Woher stammt mein IgG-Test?

Die Firma Lykon hat mir für einen unabhängigen Erfahrungsbericht zwei ihrer Tests zur Verfügung gestellt*. Darunter den hier ausführlich erklärten MyNutrition 100. Das Unternehmen beruft sich darauf, das die Empfehlungslogiken wissenschaftlich fundiert seien und auf mehr als 550 Studien basieren sollen. Um dies sicherzustellen, hat Lykon seine Bluttests gemeinsam mit Ärzten, Ernährungswissenschaftlern und Biochemikern entwickelt, darunter unter anderem Prof. Wilhelm Bloch, Leiter der Abteilung für Molekulare und zelluläre Sportmedizin der Sporthochschule Köln oder auch Ursula Girresser, Gründerin des Instituts für Ernährung, Sport und Gesundheitsmanagement.

Außerdem sollen die Labore, mit denen das Unternehmen zusammenarbeit, klinisch validiert sein. Das bedeutet, dass es sich bei den Partnerlaboren um die gleichen Labore handelt, mit der auch Kliniken und Arztpraxen zusammenarbeiten. Zu welchen Ergebnissen die Labore bei der Auswertung meiner Blutprobe gekommen sind, was man wirklich auf einen solchen IgG-Test geben kann und was das nun für meine Ernährung bedeutet, erfahrt ihr zu gegebenem Zeitpunkt in meinem ausführlichen Erfahrungsbericht.

Spoileralarm: Wer wirklich vom Fach ist, glaubt nicht an das Prinzip „Nahrungsmittelunverträglichkeit“ und erst recht nicht an Tests wie diese. Die Begründung dafür ist recht einfach, bedarf aber einer entsprechenden Einordnung. Deshalb habt bitte Nachsicht, dass ich mir für den erläuternden Beitrag etwas länger Zeit lasse, weil ich möchte, dass das Ganze wirklich sauber aufgearbeitet ist für euch.

 


Das könnte dich auch interessieren:

 

*Warum ich ein Produkt teste und unter welchen Bedingungen, erfahrt ihr in meinem Blogbeitrag zum Thema Transparenz.

2 Kommentare: Nahrungsmittelunverträglichkeit testen: So funktioniert der Bluttest für zu Hause

  1. Lisa sagt:

    Super Produkttest über das Thema: Bluttest. Echt eine gute Alternative zum Hausarzt. Kann man sich einiges an Zeit (vor allen an Wartezeit beim Arzt) ersparen.

    Super Bericht und tolle Bilder =)

    Viele Grüße.

    Lisa

    • Nina-Carissima Schönrock sagt:

      Hi Lisa, ich danke dir! Dann wird mein Erfahrungsbericht zu diesem Thema dich sicherlich auch interessieren. Kommt bald! Die Auswertung ist nur so waaaahnsinnig aufwändig, wenn man das richtig machen möchte. 🙂 Liebe Grüße, Nina

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